Optimale Vorgehensweisen für die Videokodierung

Im Folgenden finden Sie Tipps zu bewährten Vorgehensweisen beim Kodieren von Video-Quelldateien im Scene7 Publishing System.

Weitere praktische Hinweise zur Videokodierung finden Sie hier:

Quell-Videodateien

Beim Kodieren einer Videodatei sollten Sie eine Quell-Videodatei mit der höchstmöglichen Qualität verwenden. Vermeiden Sie es, Dateien zu nutzen, die bereits zuvor kodiert wurden, da diese schon komprimiert sind. Eine weitere Kodierung würde zu einem Video von minderwertiger Qualität führen.

Die folgende Tabelle beschreibt die empfohlene Größe, das Seitenverhältnis und die minimale Bitrate, die Ihre Quellvideodateien haben sollten, wenn Sie sie kodieren:

Größe

Seitenverhältnis

Minimale Bitrate

1024 X 768

4:3

4500 Kbit/s sind für die meisten Videos ausreichend.

1280 X 720

16:9

3000–6000 Kbit/s, je nach Ausmaß der Bewegungen im Video.

1920 X 1080

16:9

6000–8000 Kbit/s, je nach Ausmaß der Bewegungen im Video.

Abrufen der Metadaten der Datei

Sie können die Metadaten einer Datei auf drei Arten abrufen: durch Anzeigen der Metadaten in Scene 7, mithilfe eines Video-Bearbeitungswerkzeugs oder mithilfe einer Anwendung zum Abrufen von Metadaten. Im Folgenden finden Sie Anweisungen zur Verwendung von MediaInfo, einer Drittanbieter-Anwendung zum Abrufen der Metadaten einer Videodatei.

  1. Gehen Sie zur folgenden Webseite: http://mediainfo.sourceforge.net/de/Download.

  2. Wählen Sie das Installationsprogramm für die GUI-Version aus und laden Sie es herunter. Befolgen Sie anschließend die Installationsanweisungen.

  3. Nach der Installation klicken Sie entweder mit der rechten Maustaste auf die Videodatei (nur Windows) und wählen „MediaInfo“ aus. Öffnen Sie alternativ MediaInfo und ziehen Sie die Videodatei in die Anwendung. Es werden alle mit der Videodatei verknüpften Metadaten angezeigt, einschließlich Breite, Höhe und FPS.

Seitenverhältnis

Beim Auswählen bzw. beim Erstellen einer Videokodierungsvorgabe für Ihre Mastervideodatei müssen Sie sicherstellen, dass die Vorgabe das gleiche Seitenverhältnis wie die Mastervideodatei aufweist. Das Seitenverhältnis ist das Verhältnis von Breite und Höhe des Videos.

Um das Seitenverhältnis einer Videodatei zu ermitteln, rufen Sie die Metadaten der Datei ab und notieren Sie die Breite und Höhe der Datei (siehe Abrufen der Metadaten der Datei). Berechnen Sie das Seitenverhältnis anhand der folgenden Formel:

Breite/Höhe = Seitenverhältnis

In der folgenden Tabelle sind die Formelergebnisse und die zugehörigen gebräuchlichen Seitenverhältnisse angegeben:

Formelergebnis

Seitenverhältnis

1,33

4:3

0,75

3:4

1,78

16:9

0,56

9:16

Ein Video mit einer Breite von 1440 und einer Höhe von 1080 hat ein Seitenverhältnis von 1440/1080 bzw. 1,33. In diesem Fall wählen Sie eine Videokodierungsvorgabe mit einem Seitenverhältnis von 4:3 zum Kodieren der Videodatei.

Datenrate

Die Datenrate (auch als Bitrate bezeichnet) ist die Menge an Daten, die kodiert werden, um eine Videowiedergabe mit einer Dauer von einer Sekunde zu erzeugen. Die Datenrate wird in Kilobit pro Sekunde (Kbit/s) gemessen.

Wichtig: Da alle Codecs eine verlustreiche Komprimierung verwenden, ist die Datenrate der wichtigste Faktor für die Videoqualität. Bei einer verlustreichen Komprimierung gilt, dass die Qualität umso stärker beeinträchtigt wird, je mehr Sie eine Videodatei komprimieren. Aus diesem Grund ist die Qualität der komprimierten Datei umso niedriger, je niedriger die Datenrate ist (vorausgesetzt, dass alle anderen Merkmale wie Auflösung, Bildfrequenz und Codec gleich sind).

Bei der Auswahl einer Videokodierungsvorgabe sollte daher die Verbindungsgeschwindigkeit des Endbenutzers berücksichtigt werden. Wählen Sie eine Vorgabe mit einer Datenrate von 80 % dieser Geschwindigkeit. Wenn die Verbindungsgeschwindigkeit des Endbenutzers beispielsweise 1000 Kbit/s beträgt, dann ist die beste Vorgabe eine mit einer Videodatenrate von 800 Kbit/s.

In dieser Tabelle sind die Datenraten typischer Verbindungsgeschwindigkeiten aufgeführt.

Geschwindigkeit (Kbit/s)

Verbindungstyp

256

Einwählverbindung.

800

Typische Mobilverbindung. Für diese Verbindung sollten Sie für eine wahre 3G-Erfahrung eine Datenrate zwischen 400 und maximal 800 Kbit/s veranschlagen.

2000

Typische Breitband-Desktop-Verbindung. Für diese Verbindung sollten Sie eine Datenrate zwischen 800 und 2000 Kbit/s veranschlagen, wobei die meisten Datenraten zwischen 1200 und 1500 Kbit/s liegen.

5000

Typische Hochgeschwindigkeits-Breitbandverbindung. Eine Kodierung in diesem oberen Bereich wird nicht empfohlen, da eine Videoübertragung in dieser Geschwindigkeit für die meisten Kunden nicht verfügbar ist.

Auflösung

Als Auflösung wird die Höhe und Breite einer Videodatei in Pixel bezeichnet. Die meisten Quell-Videodateien werden mit einer hohen Auflösung (z. B. 1920 x 1080) gespeichert. Für Streaming-Zwecke wird die Quell-Videodatei auf eine kleinere Auflösung komprimiert (640 x 480 oder kleiner).

Auflösung und Datenrate sind zwei eng miteinander verknüpfte Faktoren, die die Videoqualität bestimmen. Um stets die gleiche Videoqualität aufrechtzuerhalten, muss bei einer Erhöhung der Pixelanzahl in einer Videodatei (d. h. bei einer höheren Auflösung) auch eine entsprechend höhere Datenrate verwendet werden. Nehmen Sie beispielsweise die Anzahl der Pixel pro Bild in einer Videodatei mit einer Auflösung von 320 x 240 und einer anderen mit einer Auflösung von 640 x 480:

Auflösung

Pixel pro Bild

320 x 240

76.800

640 x 480

307.200

Die Datei mit der Auflösung 640 x 480 hat viermal mehr Pixel pro Bild. Um für diese beiden Beispielauflösungen die gleiche Datenrate zu erzielen, wenden Sie auf die Datei mit einer Auflösung von 640 x 480 die vierfache Komprimierung an, was jedoch die Qualität des Videos beeinträchtigt. Daher ergibt eine Video-Datenrate von 250 Kbit/s eine hochwertige Anzeige bei einer Auflösung von 320 x 240, jedoch nicht bei einer Auflösung von 640 x 480.

Allgemein gilt Folgendes: Je höher die verwendete Datenrate, desto besser sieht Ihr Video aus, und umgekehrt je höher die verwendete Auflösung, desto höher muss die Datenrate sein, um (verglichen mit niedrigeren Auflösungen) eine gute Anzeigequalität zu erzielen.

Da Auflösung und Datenrate eng miteinander verbunden sind, haben Sie beim Kodieren von Video zwei Optionen:

  • Wählen Sie eine Datenrate und kodieren Sie dann mit der höchsten Auflösung, die für die gewählte Datenrate zufriedenstellende Ergebnisse erzielt.

  • Wählen Sie eine Auflösung und kodieren Sie dann mit der Datenrate, die zum Erzielen von hochwertigem Video mit der gewählten Auflösung erforderlich ist.

Bei der Auswahl (bzw. beim Erstellen) einer Videokodierungsvorgabe für Ihre Master-Videodatei, ermitteln Sie anhand der folgenden Tabelle die korrekte Auflösung:

Auflösung

Höhe (Pixel)

Bildschirmgröße

240p

240

Winziger Bildschirm

300p

300

Kleiner Bildschirm wie bei Mobilgeräten

360p

360

Kleiner Bildschirm

480p

480

Mittelgroßer Bildschirm

720p

720

Großer Bildschirm

1080p

1080

Großer HD-Bildschirm

Fps (Einzelbilder pro Sekunde)

In den USA und Japan werden die meisten Videos mit 29,97 Bildern pro Sekunde (fps) aufgenommen und in Europa mit 25 fps. Film wird mit 24 fps aufgenommen.

Wählen Sie eine Videokodierungsvorgabe, die der fps-Rate Ihrer Master-Videodatei entspricht. Wenn Ihr Mastervideo beispielsweise mit 25 fps aufgenommen wurde, wählen Sie eine Kodierungsvorgabe mit 25 fps. Standardmäßig verwenden alle benutzerdefinierten Kodierungen die fps-Rate der Master-Videodatei. Aus diesem Grund müssen Sie die fps-Rate beim Erstellen einer Videokodierungsvorgabe nicht eigens angeben.

Maße für die Videokodierung

Um optimale Ergebnisse zu erzielen, wählen Sie Kodierungsmaße, bei denen die Größe des Quellvideos ein ganzes Vielfaches aller Ihrer kodierten Videos aufweist.

Um dies zu berechnen, dividieren Sie die ursprüngliche Breite durch die kodierte Breite; dies ergibt das Breitenverhältnis. Dividieren Sie anschließend die ursprüngliche Höhe durch die kodierte Höhe; dies ergibt das Höhenverhältnis.

Wenn das resultierende Verhältnis eine Ganzzahl ist, bedeutet dies, dass das Video optimal skaliert ist. Wenn das resultierende Verhältnis keine Ganzzahl ist, beeinträchtigt dies die Videoqualität, weil verbleibende Pixelartefakte auf dem Bildschirm sichtbar sind. Dies wird insbesondere dann deutlich, wenn das Video Text enthält.

Ein Beispiel: Angenommen das Quellvideo hat die Maße 1920 x 1080. In der folgenden Tabelle werden die optimalen Kodierungseinstellungen für drei kodierte Videos aufgeführt.

Videotyp

Breite x Höhe

Breitenverhältnis

Höhenverhältnis

Quelle

1920 x 1080

1

1

Kodiert

960 x 540

2

2

Kodiert

640 x 360

3

3

Kodiert

480 x 270

4

4

Kodiertes Videodateiformat

Adobe Scene7 empfiehlt die Verwendung von MP4 H.264-Videokodierungsvorgaben. Da MP4-Dateien den H.264-Videocodec verwenden, wird hochwertiges Videomaterial in einer komprimierten Datei geliefert.