Charles Poynton bietet auf seiner Website ausgezeichnete Ressourcen zur Farbtechnologie und Farbterminologie an.
Farbtiefe und HDR-Farben
Die Farbtiefe (bzw. Bittiefe) gibt die Anzahl der Bits pro Kanal (bpc) an, die zum Darstellen der Farbe eines Pixels verwendet wird. Je mehr Bits für einen RGB-Kanal (Rot, Grün und Blau) verwendet werden, desto mehr Farben lassen sich durch jedes Pixel darstellen.
In After Effects können Sie 8-Bit-, 16-Bit- oder 32-Bit-Farben verwenden.
Neben der Farbtiefe weisen die zur Darstellung von Pixelwerten verwendeten Zahlen ein weiteres Kriterium auf, nämlich, ob es sich um Ganzzahlen oder Gleitkommazahlen handelt. Bei Verwendung von Gleitkommazahlen kann mit derselben Bitanzahl ein größerer Zahlenbereich ausgedrückt werden. In After Effects sind die 32-Bit-Pixelwerte Gleitkommawerte.
8-Bit-Pixel können für jeden Farbkanal einen Wert zwischen 0 (Schwarz) und 255 (reine, gesättigte Farbe) annehmen. 16-Bit-Pixel können für jeden Farbkanal einen Wert zwischen 0 (Schwarz) und 32.768 (reine, gesättigte Farbe) annehmen. Wenn alle drei Farbkanäle auf den Maximalwert (reine Farbe) eingestellt sind, ergibt sich die Farbe Weiß. 32-Bit-Pixel können Werte unter 0,0 und über 1,0 (reine, gesättigte Farbe) annehmen. Dadurch entspricht die 32-Bit-Farbtiefe in After Effects zugleich High Dynamic Range (HDR)-Farben. HDR-Werte können wesentlich heller als Weiß sein.
Festlegen der Farbtiefe und Ändern der Farbanzeigeeinstellungen
Die Farbtiefeneinstellung für ein Projekt bestimmt die Tiefe der Farbwerte des Projektes.
So legen Sie die Farbtiefe für ein Projekt fest:
Klicken Sie im Projektfenster bei gedrückter Alt-Taste (Windows) bzw. Wahltaste (Mac OS) auf die Schaltfläche „Projekteinstellungen“.
Wählen Sie „Datei“ (Windows) bzw. „Ablage“ (Mac OS) > „Projekteinstellungen“ oder klicken Sie im Projektfenster auf die Schaltfläche „Projekteinstellungen“ und wählen Sie im Menü „Tiefe“ eine Farbtiefe.

Für jedes Renderelement kann eine Farbtiefe angegeben werden, die beim Rendern für die endgültige Ausgabe die Projektfarbtiefe außer Kraft setzt. In den Einstellungen für Ausgabemodule kann auch die Farbtiefe für die einzelnen Ausgabeelemente angegeben werden. (Siehe Rendereinstellungen und Ausgabemodule und Einstellungen für Ausgabemodule.)
Um das Format zu ändern, in dem die Farbwerte im Infofenster und in einigen Effektfenstern angezeigt werden, wählen Sie im Menü des Infofensters eine Option wie „Prozent“ oder „Web“. Bei Auswahl der Option „Automatische Farbanzeige“ wechselt After Effects je nach Farbtiefe des Projekts automatisch zwischen 8 Bit, 16 Bit und 32 Bit pro Kanal. Während viele Effekte bei allen Farbtiefen eingesetzt werden können, gelten manche Effekte jedoch nur für geringere Farbtiefen. Sie können festlegen, dass im Effekte- und Vorgabenfenster nur Effekte angezeigt werden, die für die Farbtiefe des aktuellen Projekts geeignet sind. (Siehe Effekte- und Vorgabenfenster.)
Dieses Video aus der Serie After Effects CS5: Learn By Video enthält eine Einführung in Farbkanäle und Farbtiefe und zeigt, wie Sie durch Auswahl der korrekten Farbtiefe häufig Banderolierung bei Farbverläufen eliminieren können.
Vergleich der Vorteile der einzelnen Farbtiefen
Der dynamische Wertebereich (d. h. das Verhältnis zwischen dunklen und hellen Bereichen) der physischen Welt geht weit über den vom menschlichen Auge wahrnehmbaren sowie über den auf Papier gedruckten oder am Bildschirm angezeigten Bildern dargestellten Bereich hinaus. 8-Bit- und 16-Bit-Farbwerte mit niedrigem dynamischem Wertebereich können nur RGB-Tonwerte von Schwarz bis Weiß darstellen, was nur einen kleinen Teil des dynamischen Wertebereichs der realen Welt ausmacht.
Mit 32-Bit-HDR-Gleitkomma-Farbwerten können Helligkeitswerte dargestellt werden, die weit über die Farbe Weiß hinausgehen, z. B. Objekte mit der Helligkeit einer Kerzenflamme oder der Sonne.

Stellen Sie die Farbtiefe auf 32 Bit ein, wenn Sie mit HDR-Footage arbeiten oder Helligkeitswerte über 1,0 (Weiß) verwenden wollen (im 8- oder 16-Bit-Modus nicht unterstützt). Mit diesen Werten bleibt die Intensität von Lichtern erhalten. Dies ist sowohl beim Arbeiten mit synthetischen Effekten wie Licht-, Weichzeichnungs- und Leuchteffekten als auch beim Arbeiten mit HDR-Footage von Vorteil. Der Spielraum, den Sie beim Arbeiten mit 32-Bit-Farben haben, verhindert viele Arten von Datenverlust bei den verschiedenen Vorgängen, wie z. B. bei der Farbkorrektur und der Farbprofilkonvertierung.
Da 16-Bit-Frames nur halb so viel Arbeitsspeicher benötigen wie 32-Bit-Frames, erfolgt das Rendern der Vorschau in einem 16-Bit-Projekt schneller und die RAM-Vorschau kann länger dauern als bei einem 32-Bit-Projekt. Für 8-Bit-Frames wird noch weniger Arbeitsspeicher benötigt. Allerdings kann bei einer Projektfarbtiefe von 8 Bit pro Kanal bei manchen Bildern der Kompromiss zwischen Qualität und Leistung deutlich sichtbar werden.
Spezielle Überlegungen für das Arbeiten mit HDR-Farben
Der Effekt „HDR Compander“ gibt Ihnen die Möglichkeit, den dynamischen Wertebereich einer Ebene mit einem HDR-Footageelement als Quelle zu komprimieren. Auf diese Weise können Sie Werkzeuge einsetzen, die keine Unterstützung für HDR bieten, z. B. 8-Bit- und 16-Bit-Effekte. Verwenden Sie nach Abschluss der Bearbeitung den Effekt „HDR Compander“ dazu, die Komprimierung des dynamischen Wertebereichs wieder rückgängig zu machen. Der Effekt „Helligkeit in HDR-Bildern komprimieren“ gibt Ihnen die Möglichkeit, die Helligkeitswerte in einem HDR-Bild so zu komprimieren, dass sie in den Bereich eines Bildes mit niedrigem dynamischem Wertebereich fallen.
Da wir in einem HDR-Bild auf dem Bildschirm nur eine Teilmenge der Luminanzwerte einer realen Szene sehen können, ist es beim Arbeiten mit HDR-Bildern mitunter erforderlich, die Belichtung (die in einem Bild erfasste Lichtmenge) anzupassen. Die Belichtungsanpassung bei einem HDR-Bild gleicht der Belichtungsanpassung beim Fotografieren einer Szene in der Realität, d. h. sowohl in dunklen als auch in hellen Bereichen lässt sich die Detailwiedergabe verbessern. Mit dem Effekt „Belichtung“ können Sie die Farbwerte einer Ebene für die endgültige Ausgabe ändern oder die Belichtung in einer bestimmten Anzeige für die Vorschau anpassen.
Weitere Ressourcen zu HDR-Farben
Jonas Hummelstrand bietet eine Zusammenstellung aus Ressourcen zum Verständnis und zur Verwendung von HDR-Farben in After Effects auf seiner General Specialist-Website an.
Chris Meyer erläutert in einem Video-Überblick auf der Lynda.com-Website die Vorteile von 32-Bit-HDR-Gleitkomma-Farbwerten.
Kert Gartner veröffentlicht auf der VFX Haiku-Website einige visuelle Beispiele und eine kurze Erklärung, mit denen die Vorteile der Arbeit mit 32-Bit-Farben erläutert werden.
Andrew Kramer demonstriert in einem Video-Lehrgang auf seiner Video die Vorteile der Verwendung von 32-Bit-Farben mit Bewegungsunschärfe.
Auf seiner fnord-Website erläutert Brendan Bolles, wie Sie mit dem Effekt „Farbprofil konvertieren“ und mit Film-Farbprofilen Farben anpassen und Tonzuordnungen durchführen, sodass HDR-Bilder wie Spielfilmaufnahmen aussehen.
Auswählen einer Farbe oder Bearbeiten eines Verlaufs
In verschiedenem Kontext können Sie auf eine Pipettenschaltfläche
klicken, um die Pipette zu aktivieren, oder Sie können auf ein Farbfeld klicken, um einen Farbwähler zu öffnen. Wenn Sie den Adobe-Farbwähler verwenden, können Sie die Pipette auch über das Dialogfeld „Adobe-Farbwähler“ aktivieren.
Wenn Sie auf ein Verlaufsfeld für die Kontur oder Fläche einer Formebene klicken oder im Zeitleistenfenster auf „Verlauf bearbeiten“ klicken, wird der Adobe-Farbwähler als Verlaufseditor mit zusätzlichen Einstellungsmöglichkeiten für die Bearbeitung von Verläufen am oberen Rand des Dialogfeldes geöffnet.
Andrew Devis zeigt in einem Video auf der Creative COW-Website, wie Sie Verlaufsfüllungen und Konturen von Formebenen anpassen sowie welche Optionen hierbei verfügbar sind.

- A.
- Deckkraftunterbrechungsregler
- B.
- Farbstopp
- C.
- Deckkraft-Mittelpunkt
- D.
- Pipette
- E.
- Rechteck mit neuer Farbe
- F.
- Rechteck mit ursprünglicher Farbe
Auswählen eines Farbwählers
Wählen Sie „Bearbeiten“ > „Voreinstellungen“ > „Allgemein“ (Windows) bzw. „After Effects“ > „Einstellungen“ > „Allgemein“ (Mac OS) und führen Sie einen der folgenden Schritte aus:Aktivieren Sie „System-Farbwähler verwenden“, um den vom Betriebssystem bereitgestellten Farbwähler zu verwenden.
Deaktivieren Sie „System-Farbwähler verwenden“, um den Adobe-Farbwähler zu verwenden.
Jeff Almasol bietet auf seiner Redefinery-Website das Skript PickerSwitcher an, das die Einstellung „System-Farbwähler verwenden“ umschaltet. Verwenden Sie dieses Skript, wenn Sie für bestimmte Aufgaben den Adobe-Farbwähler und für andere den Farbwähler des Betriebssystems nutzen und die entsprechende Einstellung deshalb schnell ändern möchten. Dieses Skript funktioniert besonders gut mit dem LaunchPad-Fenster, mit dem die Ausführung des PickerSwitcher-Skripts durch einfaches Klicken auf eine Schaltfläche gestartet werden kann. Das LaunchPad-Skript können Sie unter After Effects Exchange auf der Adobe-Website herunterladen.Bearbeiten eines Verlaufs
Ein Verlauf wird durch Farbstopps und Deckkraftstopps definiert. Jedem Stopp ist eine Position entlang des Verlaufs und ein Wert für Farbe oder Deckkraft zugeordnet. Die Werte zwischen den Stopps werden interpoliert. Die Interpolation ist standardmäßig linear, der Deckkraft-Mittelpunkt bzw. der Farbmittelpunkt zwischen zwei Stopps kann aber gezogen werden, um die Interpolation zu ändern.
Verwenden von Adobe Kuler-Farbfeldern in After Effects
Adobe bietet auf After Effects Exchange auf der Adobe-Website das Swatch You Want-Skript als Teil eines Skriptpakets für After Effects an. Mit Swatch You Want können Sie Adobe Swatch Exchange-Dateien (.ase) für die Verwendung in After Effects importieren und konvertieren.
Jerzy Drozda, Jr. bietet auf seiner Maltaannon-Website einen Video-Lehrgang und ein Beispielprojekt an, in denen erläutert wird, wie Sie Farbfelder aus dem Desktop-Programm Adobe Kuler kopieren und in After Effects einfügen können.
Mathias Möhl stellt auf der After Effects Scripts-Website ein Skript bereit, mit den Sie Kuler-Farbthemen laden und verwenden können. Mathias bietet außerdem auf der AETUTS+-Website eine Videoschulung an, die die Verwendung von Kuler mit After Effects erläutert.
Jorrit Schulte bietet auf der AETUTS+-Website eine Videoschulung über die Erstellung einer Animationsvorgabe für das Importieren und Arbeiten mit Kuler-Farbskalen an.
Farbkorrektur, Farbabstimmung und Farbanpassung
Wenn Sie eine Komposition zusammenstellen, müssen Sie oft die Farben einzelner Ebenen anpassen bzw. korrigieren. Solche Anpassungen können aus verschiedenen Gründen durchgeführt werden. Hier einige Beispiele:
Sie möchten den Eindruck erwecken, dass mehrere Footageelemente unter denselben Bedingungen aufgenommen wurden, sodass sie kombiniert oder gemeinsam bearbeitet werden können.
Sie müssen die Farben einer Aufnahme so anpassen, dass es scheint, als sei die Aufnahme bei Nacht statt bei Tag gemacht worden.
Sie müssen die Belichtung eines Bildes anpassen, um Details an überbelichteten Stellen sichtbar zu machen.
Sie müssen eine Farbe in einer Aufnahme verstärken, da Sie ein Grafikelement mit derselben Farbe über das Bild legen möchten.
Sie müssen Farben auf einen bestimmten Bereich beschränken, beispielsweise auf den übertragungssicheren Bereich.
Die Begriffe Farbkorrektur und Farbanpassung werden oft synonym verwendet. Der Begriff Farbanpassung wird manchmal jedoch für Farbanpassungen verwendet, die aus kreativen Gründen vorgenommen werden, und nicht, um Probleme mit Farben zu korrigieren. Der Begriff Farbkorrektur wird in After Effects in einem umfassenden und allgemeinen Sinn verwendet.
After Effects bietet zahlreiche integrierte Effekte für die Farbkorrektur, darunter auch die Effekte „Kurven“, „Tonwertkorrektur“ sowie andere Farbkorrektur-Effekte. Wenn Sie die Farbzuordnung in einer Farbtabelle für Farbkorrekturen anwenden möchten, können Sie dazu auch den Effekt „Farb-LUT anwenden“ verwenden. (Siehe Effekte unter „Farbkorrektur“ und Effekt „Farb-LUT zuweisen“.)
Das Plug-in „Camera Raw“ kann zum Korrigieren und Anpassen von Standbildern in den Formaten JPEG und TIFF sowie in verschiedenen Camera Raw-Formaten verwendet werden.
Das im Lieferumfang von After Effects enthaltene Plug-in „Synthetic Aperture Color Finesse“ umfasst hervorragende Farbkorrekturwerkzeuge. After Effects CS6 beinhaltet Synthetic Aperture Color Finesse 3. (Siehe Ressourcen für Synthetic Aperture Color Finesse.)
Weitere Ressourcen zu Farbkorrektur und -anpassung
Dieser Artikel auf der Adobe-Website enthält mehrere Videoschulungen und weitere Ressourcen zur Farbkorrektur und Farbabstimmung in After Effects und Premiere Pro.
John Dickinson bietet auf seiner Motionworks-Website visuelle Hilfen an, die veranschaulichen, wie die Effekte „Kurven“ und „Tonwertkorrektur“ zur Farbanpassung verwendet werden können:
Dieses Video aus der Serie After Effects CS5: Learn By Video zeigt, wie Sie Motion-Tracking und Rotoskopieren kombinieren, um das Gesicht eines Schauspielers zu isolieren und anschließend einer Farbkorrektur zu unterziehen.
Die Animationsvorgabe „Rebel CC“ ist ein einfaches Farbkorrekturwerkzeug im Telecine-Stil zum Kolorieren oder Verbessern der Farbabstufungen eines Films. Bei dieser Animationsvorgabe werden Expressions zur Steuerung des Effekts „Tonwerte (Einzelne Steuerungen)“ eingesetzt. Weitere Informationen finden Sie im Stu Maschwitz's ProLost-Blog. Dort können Sie auch eine Vorgabeanimation herunterladen.
Stu Maschwitz hat in seinem ProLost-Blog einen Beitrag veröffentlicht, in dem die Farbkorrektur von Hauttönen erörtert wird. Außerdem sind Links zu einigen Ressourcen über Test-Setups enthalten, in denen verschiedene Hauttöne auf einem Vektorskop gezeigt werden.
Mark Christiansen bietet auf der Peachpit Press-Website unter After Effects Studio Techniques (After Effects Studio-Techniken) im Kapitel „Color Correction in Adobe After Effects“ (Farbkorrektur in Adobe After Effects) einige Tipps und detaillierte Methoden zur Farbkorrektur, Farbanpassung und Farbübereinstimmung an.
Rich Young stellt in einem Artikel auf der ProVideo Coalition-Website Schulungen und Vorgaben für das Umgehen von Bleichen, die Kreuzverarbeitung und andere Looks zusammen.
Histogramm zur Farbanpassung verwenden
Ein Histogramm ist eine Darstellung der Anzahl von Pixeln mit den jeweiligen Luminanzwerten in einem Bild. Wenn ein Histogramm für jeden Luminanzwert einen Wert ungleich Null aufweist, nutzt das zugrunde liegende Bild den vollen Tonwertbereich. Ein Histogramm, in dem nicht der volle Tonwertbereich genutzt wird, weist auf ein trübes Bild mit wenig Kontrast hin.
Eine typische Farbkorrektur verteilt die Pixelwerte gleichmäßiger im Histogramm und vermeidet deren Häufung auf einer Seite. Durch Zuweisen einer Tonwertkorrektur und Änderung der Eigenschaften „Eingabe: Lichter“ und „Eingabe: Tiefen“ im Histogramm ist dies für die meisten Bilder problemlos durchzuführen.




Ressourcen für Synthetic Aperture Color Finesse
Das im Lieferumfang von After Effects enthaltene Plug-in „Synthetic Aperture Color Finesse“ umfasst hervorragende Farbkorrekturwerkzeuge. Synthetic Aperture bieten auf ihrer Website Lehrgänge und weitere Informationen zur Verwendung von Color Finesse an.
Die Dokumentation von Color Finesse wird im Ordner „Plug-ins“ im Unterordner des Plug-ins installiert. After Effects CS6 beinhaltet Synthetic Aperture Color Finesse 3. (Siehe Plug-ins.)
Farbmodelle und Farbräume
Durch ein Farbmodell werden Farben auf spezielle Weise in Form von Zahlen ausgedrückt, sodass sie von einem Computer verarbeitet werden können. In After Effects wird das RGB-Farbmodell verwendet, bei dem jede Farbe durch Rot-, Grün- und Blauwerte ausgedrückt wird, die durch Addition eine Farbe ergeben. Weitere Farbmodelle sind CMYK, HSB, YUV und XYZ.
Ein Farbraum ist eine Variante eines Farbmodells. Ein Farbraum ist durch einen Farbumfang, einen Satz von Primärfarben, einen Weißwert und eine Tonreaktion definiert. So gibt es z. B. innerhalb des RGB-Farbmodells verschiedene Farbräume (nach abnehmendem Farbumfang geordnet): ProPhoto RGB, Adobe RGB, sRGB IEC61966-2.1 und Apple RGB. In jedem dieser Farbräume werden Farben mithilfe derselben drei Achsen (R, G und B) definiert, ihr Farbumfang und ihre Tonreaktionskurven sind jedoch unterschiedlich.
Viele Geräte verwenden die Komponenten Rot, Grün und Blau zum Aufzeichnen oder Anzeigen von Farbe. Diese Komponenten können sich jedoch in ihren Eigenschaften unterscheiden, wodurch das Blau einer Kamera beispielsweise nicht genau dem Blau einer anderen Kamera entspricht. Jedes Gerät, das Farbe aufzeichnet oder anzeigt, verfügt über einen eigenen Farbraum. Wenn Sie ein Bild von einem Gerät auf ein anderes verschieben, können die Bildfarben plötzlich ganz anders aussehen, da jedes Gerät die RGB-Werte entsprechend dem eigenen Farbraum interpretiert.
Das Farbmanagement verwendet Farbprofile, um Farben von einem Farbraum in einen anderen zu konvertieren, damit die Farben auf allen Geräten gleich aussehen.
Online-Ressourcen zu Farbmodellen und Farbräumen
Adobe bietet auf der Adobe-Website ein Whitepaper zu Farbräumen und Farbmanagement in After Effects an.
Charles Poynton bietet auf seiner Website ausgezeichnete Ressourcen zu Farbräumen, Farbmanagement und weiteren Farbtechnologien an.
Christopher Nevison erläutert und beschreibt in einem Artikel auf der Colgate University-Website die Verwendung der RGB-, CMYK-, HSL-, HSB- und YCbCr-Farbmodelle.
Harry Frank verdeutlicht auf seiner Graymachine-Website anhand eines Video-Lehrgangs, wie und warum Farbkonvertierungs-Expressions verwendet werden, um Farben vom RGB-Farbmodell zum HSL-Farbmodell beim zufälligen Variieren von Farben zu konvertieren. In dem dort dargestellten Beispiel wird der Effekt „Radiowellen“ verwendet.
Gamma und Tonreaktion
Die Tonreaktion eines Farbraums ist das Verhältnis der Lichtstärke zum Signal, das das Licht erzeugt bzw. aufzeichnet (wahrnimmt).
Das menschliche Auge reagiert auf Licht nicht linear. Das heißt, wir nehmen eine Lichtquelle nicht als doppelt so hell wahr, wenn doppelt so viele Photonen in einem bestimmten Zeitraum auf unsere Augen treffen. Außerdem senden die Display-Elemente eines CRT-Bildschirms nicht doppelt so helles Licht aus, wenn doppelt so hohe elektrische Spannung angelegt wird. Das Verhältnis der Lichtstärke zur Signalstärke eines Anzeigegeräts wird durch eine Potenzfunktion ausgedrückt. Der Exponent dieser Potenzfunktion wird als Gamma bezeichnet. Das Verhältnis der Lichtstärke zur Signalstärke eines Eingabegeräts ist die Umkehrfunktion des Verhältnisses der Lichtstärke zur Signalstärke eines Ausgabegeräts. Zum Ausgleich der Unterschiede zwischen Szenenbeleuchtung und der Beleuchtung der Betrachtungsumgebung können die Gammawerte von Eingabe- und Ausgabegeräten jedoch voneinander abweichen.
Charles Poynton bietet auf seiner Website ausgezeichnete Ressourcen zu Gamma und weiteren Farbtechnologien an.
Lineare Tonreaktion: Gamma gleich 1.
Bei Potenzierung einer Zahl mit 1 entspricht das Ergebnis der ursprünglichen Zahl. Ein Gammawert von 1,0 wird verwendet, um das Verhalten von Licht in der natürlichen Welt, außerhalb des Kontexts unserer nichtlinearen Wahrnehmung, auszudrücken. Ein System mit einem Gammawert von 1,0 verwendet ein so genanntes lineares Licht. Dagegen wird ein System mit einem Gammawert ungleich 1,0 zur Anpassung an die Eigenschaften des menschlichen Auges als perzeptiv bezeichnet.
Wenn Sie das Farbmanagement aktiviert haben (durch Angabe eines Arbeitsfarbraums), können Sie alle Farbänderungen bei linearem Licht vornehmen, indem Sie den Arbeitsfarbraum linearisieren. Ein linearisierter Farbraum verwendet dieselben Primärfarben und denselben Weißwert wie die nichtlineare Version. Es wird nur die Tonreaktionskurve zu einer geraden Linie begradigt.
Viele Kompositionsoperationen, z. B. das Kombinieren von Farben mit Füllmethoden, können in einem linearen Farbraum effektiver durchgeführt werden. Arbeiten Sie daher in einem linearen Farbraum, um Farbfüllungen möglichst natürlich und realistisch umzusetzen. Wenn Sie das Farbmanagement nicht aktiviert haben, können Sie dennoch Füllvorgänge mit einem Gammawert von 1,0 durchführen. (Siehe Linearisieren des Arbeitsfarbraums und Aktivieren der linearen Füllmethode.)Systemgamma, Gerätegamma und der Unterschied zwischen Szene und Betrachtungsumgebung
Der Gammawert für ein komplettes System (von der Aufnahme, über die Produktion bis zur Anzeige in der Betrachtungsumgebung) ist das Produkt der für die einzelnen Systemphasen verwendeten Gammawerte. Dieses Produkt ergibt nicht immer 1,0, wie es zu erwarten wäre, wenn die Kodierungsvorgänge genau den (umgekehrten) Dekodierungsvorgängen entsprächen. Ein Grund für ein vom Wert 1,0 abweichendes Systemgamma ist, dass sich die Beleuchtungsbedingungen der Szenenaufnahme oft von den Beleuchtungsbedingungen unterscheiden, unter denen die Szene betrachtet wird. (So wird ein Film in der Regel in einer verdunkelten Umgebung angeschaut, während die Szenen normalerweise nicht in einer derartigen Umgebung aufgenommen werden.)
Das Gerätegamma für eine HD-Kamera beträgt z. B. etwa 1:1,9, während das Gerätegamma eines HD-Displays etwa 2,2 beträgt. Die Multiplikation dieser Werte ergibt ein Systemgamma von etwa 1,15. Dieser Wert ist für die in der Regel leicht verdunkelten Fernsehbedingungen in einem typischen Wohnzimmer angemessen. Bei der Produktion von Kinofilmen ist das Systemgamma wesentlich höher (etwa 1,5 bis 2,5), um den dunkleren Bedingungen eines Kinos zu entsprechen. Das Gamma für den Negativfilm liegt etwa bei 1:1,7, das Gamma für den Projektionsfilm etwa bei 3 bis 4.
Farbprofile werden als szenenbezogen bezeichnet, wenn die Tonreaktionskurven auf den Bedingungen in der typischen Szene basieren. Farbprofile werden als Ausgabenfarbprofile bezeichnet, wenn die Tonreaktionskurven auf den Bedingungen in der typischen Anzeigeumgebung basieren.
Mit Farbmanagement passt After Effects standardmäßig den Kontrast eines Bildes beim Konvertieren zwischen Szenen- und Ausgabenfarbprofilen automatisch an. Diese automatische Konvertierung (Anmassung des Bildzustands) basiert auf den im HDTV-Videostandard angegebenen Gamma-Werten.
Deaktivieren Sie diese automatische Farbtransformation, indem Sie im Dialogfeld unter „Datei“ > „Projekteinstellungen“ die Option „Szeneprofile ausgleichen“ auswählen.
Die Funktion „Szeneprofile ausgleichen“ ist auch in Adobe Photoshop CS4 und höher verfügbar, nicht jedoch in anderen Anwendungen. Um die Farben in anderen Anwendungen (einschließlich After Effects CS3 und früher) abzugleichen, deaktivieren Sie diese automatische Konvertierung. Wenn Sie ein Projekt öffnen, das in After Effects CS3 oder einer früheren Version erstellt wurde, ist die Option „Szeneprofile ausgleichen“ deaktiviert.
Jede Instanz des Farbprofilkonvertierungseffekts kann so eingestellt werden, dass Szeneprofile wahlweise ausgeglichen oder nicht ausgeglichen werden; alternativ kann die für das Projekt festgelegte Einstellung der Option „Szeneprofile ausgleichen“ verwendet werden. (Siehe Effekt „Farbprofil konvertieren“.)
Eine ausführliche Beschreibung des automatischen Ausgleichs von Szeneprofilen finden Sie auf der Adobe-Website.
Zusätzliche Informationen zum Ausgleich von Szeneprofilen finden Sie in diesem Blog-Post von Todd Kopriva und Peter Constable auf der Adobe-Website.
Trish und Chris Meyer haben auf der ProVideo Coalition-Website einen Artikel veröffentlicht, der einige praktische Informationen zu Szenebezogenen und anzeigebezogenen Farbprofilen enthält.
QuickTime und Gamma in Projekten ohne Farbverwaltung
In After Effects 7.0 und früheren Versionen wurden QuickTime-Codecs verwendet, um verschiedene Arten von Medien zu dekodieren. Unter Windows wurden von QuickTime andere Gamma-Anpassungen durchgeführt als unter Mac OS. Die in After Effects CS3 und höheren Versionen ausgeführten Gamma-Anpassungen unterscheiden sich von den Gamma-Anpassungen, die mit diesen QuickTime-Codecs vorgenommen wurden. Die Gamma-Anpassungen in After Effects CS3 und höheren Versionen unter Windows stimmen mit den Gamma-Anpassungen in After Effects CS3 und höheren Versionen unter Mac OS überein. Da in After Effects keine QuickTime-Codecs mehr verwendet werden, bleiben Extremwerte in 32-Bit-Projekten erhalten.
Um eines der folgenden Ergebnisse zu erzielen, wählen Sie im Dialogfeld „Projekteinstellungen“ die Option „QuickTime Gamma-Anpassung wie in früheren Versionen von After Effects“:
Vermeiden von Farbverschiebungen beim Arbeiten mit Projekten, die in After Effects 7.0 oder früher erstellt wurden
Verwenden derselben Farben wie in einem Projekt, das in After Effects 7.0 oder früher erstellt wurde
Sicherstellen, dass die Farben im Kompositionsfenster mit den Farben im QuickTime-Player übereinstimmen
Bei Projekten, die in After Effects 7.0 oder früheren Versionen erstellt wurden, ist die Option „QuickTime Gamma-Anpassung wie in früheren Versionen von After Effects“ standardmäßig aktiviert. Wenn Sie neue Projekte erstellen, sollten Sie diese Option nicht aktivieren.
Informationen zu Problemen im Zusammenhang mit QuickTime Player und Gamma-Anpassungen finden Sie auf der Adobe-Website.
Trish und Chris Meyer bieten auf der ProVideo Coalition-Website Tipps zur Lösung von Gamma-Problemen mit QuickTime und H.264 an.
