- Marionettenwerkzeuge – Überblick und Ressourcen
- Manuelle Animation eines Bilds mit den Marionettenwerkzeugen
- Aufzeichnung von Animationen durch Skizzieren von Bewegungen mit dem Marionetten-Pin-Werkzeug
- Erstellung von Umrissen mit dem Marionetteneffekt
- Arbeiten mit Marionetten-Pins und dem Verzerrungsgitter
- Marionette-überlappen-Einstellungen
- Marionette-Stärke-Einstellungen
Marionettenwerkzeuge – Überblick und Ressourcen
Mit den Marionettenwerkzeugen können Rasterbilder und Vektorgrafiken einschließlich Standbilder, Formen und Textzeichen schnell mit natürlicher Bewegung versehen werden.
Die Wirkung des Marionetteneffekts beruht auf der Deformation von Bildteilen entsprechend der Position von Punkten, die von Ihnen angeordnet und verschoben werden können. Mittels dieser Punkte wird festgelegt, welche Bildteile verschoben werden sollen, welche Teile unverändert bleiben und welche Teile bei Überlappungen im Vordergrund anzuordnen sind.
Die verschiedenen Marionettenwerkzeuge dienen jeweils zum Anordnen und Ändern einer speziellen Punktart:
- Marionetten-Pin-Werkzeug

- Mit diesem Werkzeug können Deformationspunkte angeordnet und verschoben werden.
- Marionette-überlappen-Werkzeug

- Mit diesem Werkzeug können Überlappungspunkte platziert werden, mit denen angezeigt wird, welche Bildteile im Vordergrund erscheinen sollen, wenn sich Teile des Bildes durch Verzerrungen überlappen.
- Marionette-Stärke-Werkzeug

- Mit diesem Werkzeug ist die Platzierung von Verstärkungspunkten zur Versteifung von Bildteilen möglich, sodass diese weniger verzerrt werden.

Beim Verschieben von mindestens einem Deformationspunkt wird die Gitterform der Bewegung angepasst. Das Gesamtgitter bleibt dabei weitgehend unverändert. Als Ergebnis wird durch eine Bewegung in einem Bildteil eine natürliche, naturgetreue Bewegung in anderen Bildteilen bewirkt.
Wenn die Deformationspunkte z. B. an den Füßen und Händen einer Person platziert werden und anschließend eine Hand zum Winken bewegt wird, erfolgt wie in der realen Welt eine große Bewegung in dem entsprechenden Arm, aber eine relativ kleine Bewegung in der Taille.
Bei Auswahl eines einzelnen animierten Deformationspunkts sind dessen Positions-Keyframes im Kompositionsfenster und im Ebenenfenster als Bewegungspfad sichtbar. Diese Bewegungspfade können wie alle anderen Bewegungspfade bearbeitet werden, z. B. lassen sich Keyframes als zeitlich nicht fixiert einrichten. (Siehe Glätten von Bewegungen mit zeitlich nicht fixierten Keyframes.)
Auf eine Ebene können mehrere Gitter gelegt werden. Mehrere Gitter auf einer Ebene sind hilfreich für die individuelle Deformation mehrerer Bildteile, z. B. Textzeichen, und für die verschieden starke Deformation mehrerer Instanzen eines bestimmten Bildteils.
Das ursprüngliche, unverzerrte Gitter wird für den aktuellen Frame zum Zeitpunkt der Effektanwendung berechnet. Das Gitter wird nicht verändert, wenn es sich um Bewegungen in einer Ebene auf der Grundlage von Filmfootage handelt, und es wird nicht aktualisiert, wenn ein Quellfootageelement einer Ebene ausgetauscht wird.
Die mit den Marionettenwerkzeugen erzeugte Bewegung wird mit Bewegungsunschärfe aufgenommen, wenn diese für die Ebene und Komposition aktiviert ist. Die Anzahl der verwendeten Samples beträgt die Hälfte des in „Samples pro Frame“ angegebenen Werts. (Siehe Bewegungsunschärfe.)
Die Positionen von Deformationspunkten können über Expressions mit Motion-Tracking-Daten, Audioamplituden-Keyframes und beliebigen anderen Eigenschaften verknüpft werden.Online-Ressourcen für die Marionettenwerkzeuge
Einen Video-Lehrgang zum Verwenden der Marionettenwerkzeuge finden Sie auf der Adobe-Website.
Trish und Chris Meyer geben auf der ProVideo Coalition-Website Tipps zur Verwendung der Marionettenwerkzeuge.
Aharon Rabinowitz bietet einen Lehrgang auf der Creative COW-Website an, der einen kreativen Weg darstellt, die Marionettenwerkzeuge mit einem Partikelgenerator zu verwenden, um die Luftströmung über einem Auto zu simulieren.
Eran Stern zeigt in einem Video-Lehrgang auf der Creative COW-Website, wie ein Objekt per Marionettennadel-Werkzeug dupliziert werden kann.
Richard Harrington bietet einen zweiteiligen Video-Lehrgang an, in dem erläutert wird, wie Sie ein Bild in Photoshop für die Animation mit den Marionettenwerkzeugen in After Effects vorbereiten:
Robert Powers bietet auf der Slippery Rock NYC-Website einen Video-Lehrgang an, der die Verwendung von übergeordneten Objekten und Marionettentools für die Animation einer Figur zeigt.
Dave Scotland bietet auf der CG Swot-Website einen Video-Lehrgang an, der die Erstellung einer Figurenaninimationsschleife mithilfe der Marionettentools zeigt.
Kert Gartner bietet auf der VFX Haiku-Website einen Video-Lehrgang an, der zeigt, wie Bilder organisch mithilfe der Expressionmethode Verwackeln auf Marionetten-Pins bewegt werden.
Daniel Gies stellt eine detaillierte Serie von Videoschulungen bereit, in denen er die Verwendung invertierter Kinematik und der Marionettenwerkzeuge für das Manipulieren und Animieren von Figuren zeigt.
Manuelle Animation eines Bilds mit den Marionettenwerkzeugen
Der Stoppuhrschalter
wird automatisch auf die Eigenschaft „Position“ eines Deformationspunkts eingestellt, sobald der Punkt erstellt wird. Deshalb wird bei jeder Änderung der Position eines Deformationspunkts ein Keyframe eingestellt bzw. geändert. Bei den meisten anderen Eigenschaften in After Effects muss der Stoppuhrschalter dagegen explizit durch Hinzufügen eines Keyframes oder einer Expression für die Animation der jeweiligen Eigenschaft eingestellt werden. Durch die automatische Animation lassen sich Deformationspunkte bequem im Kompositionsfenster oder Ebenenfenster hinzufügen und animieren, ohne dass die Eigenschaften im Zeitleistenfenster bearbeitet werden müssen.
Sie können die Bewegungspfade der Deformationspunkte ändern, indem Sie dieselben Techniken anwenden, die Sie auch für das Ändern anderer Bewegungspfade verwenden.
Aufzeichnung von Animationen durch Skizzieren von Bewegungen mit dem Marionetten-Pin-Werkzeug
Sie können den Bewegungspfad eines oder mehrerer Deformationspunkte mit einer von Ihnen angegebenen Geschwindigkeit in Echtzeit skizzieren, ähnlich dem Skizzieren des Bewegungspfads einer Ebene mit „Bewegung skizzieren“.
Wenn Ihre Komposition Audio enthält, kann die Bewegung zeitsynchron zum Audio skizziert werden.
Vor dem Beginn der Bewegungsaufzeichnung sollten Sie die Aufzeichnungseinstellungen konfigurieren. Klicken Sie zum Öffnen des Dialogfelds „Aufzeichnungsoptionen für Marionetten“ auf „Aufnahmeoptionen“ im Werkzeugfenster.
- Geschwindigkeit
- Das Verhältnis der Geschwindigkeit der aufgezeichneten Bewegung zur Wiedergabegeschwindigkeit. Wenn die Geschwindigkeit auf 100 % eingestellt ist, wird die Bewegung mit der Geschwindigkeit wiedergegeben, mit der sie aufgenommen wurde. Wenn die Geschwindigkeit auf mehr als 100 % eingestellt ist, wird die Bewegung langsamer wiedergegeben als sie aufgenommen wurde.
- Glätten
- Zum Löschen weiterer überflüssiger Keyframes aus dem gezeichneten Bewegungspfad kann dieser Wert höher eingestellt werden. Durch die Erstellung weniger Keyframes ergibt sich eine glattere Bewegung.
- Entwurfsdeformation verwenden
- Für den während der Aufzeichnung angezeigten verzerrten Umriss werden keine Verstärkungspunkte berücksichtigt. Die Option kann bei komplexen Gittern die Leistung verbessern.
Sie können die Bewegungspfade der Deformationspunkte ändern, indem Sie dieselben Techniken anwenden, die Sie auch für das Ändern anderer Bewegungspfade verwenden. Der Bewegungspfad für einen Punkt wird nur angezeigt, wenn nur der Punkt ausgewählt ist.
Sie können mehrere duplizierte Gitter erstellen und für jedes Gitter Bewegungen skizzieren. Wenn mehrere Gitter in derselben Marionetteneffekt-Instanz existieren, können für ein Gitter Bewegungen skizziert und gleichzeitig die Referenzumrisse der anderen Gitter angezeigt werden. Dadurch können Sie deren Bewegungen folgen, entweder nur grob oder genau.Erstellung von Umrissen mit dem Marionetteneffekt
Bei der Erstellung eines Marionettengitters werden dessen Grenzen durch einen Umriss bestimmt, der durch eine der folgenden Arten von geschlossenen Pfaden definiert werden kann:
Ein ungeschützter Maskenpfad
Ein Formenpfad auf einer Formebene
Ein Textzeichenumriss
Für Ebenen ohne ungeschützte Masken, Formen oder Textzeichen wird für die Erstellung der Pfade auf der Grundlage des Alphakanals beim Anwenden des Marionetteneffekts der Pausstift verwendet. Diese Pfade werden vom Marionetteneffekt nur für die Bestimmung von Umrissen genutzt und in der Ebene nicht als Masken dargestellt. Bei Rasterebenen ohne Alphakanal ergibt sich ein einziger rechteckiger Pfad um die Grenzen der Ebene. Für komplexe Bilder oder für die Konfiguration der Pausstift-Einstellungen ist vor der Anwendung der Marionettenwerkzeuge der Pausstift zu verwenden. (Siehe Erstellen einer Maske aus Kanalwerten mit dem Befehl „Pausstift“.)
Textzeichen, die aus mehreren nicht miteinander verbundenen geschlossenen Pfaden bestehen (z. B. der Buchstabe i), werden wie mehrere einzelne Pfade behandelt.
Für die Bestimmung von Umrissen wird nur der Pfad verwendet, nicht die Kontur von Formen oder Zeichen. Um eine aus derartigen Elementen erstellte Kontur in ein Gitter einzuschließen, ist der Ausbreitungswert zu erhöhen. Der Standardwert von drei Pixeln für die Ausbreitung umfasst eine Kontur, die sich maximal drei Pixel von ihrem Pfad ausdehnt.
Bringen Sie bei aktivierter Option „Auf Transparenz malen“ mit dem Pinsel Malstriche auf eine Ebene auf. Wenn diese Maloption aktiviert ist, wird eine Rasterebene erstellt, die nur Malstriche enthält und über einen Alphakanal definiert ist. Mit den Marionettenwerkzeugen können dann die Malstriche animiert werden. Verwenden Sie keine Maske für die Ebene.Wenn sich mehrere Masken, Formen oder Zeichen auf derselben Ebene überlappen, wird aus der Vereinigungsmenge der sich überlappenden Formen, Zeichen oder Masken ein Umriss erstellt. Wenn ein Textzeichen oder eine Form von einer Maske überlappt wird, werden Umrisse für das gesamte Zeichen bzw. die gesamte Form erstellt, und zwar sowohl für den innerhalb der Maske befindlichen Teil des Zeichens bzw. der Form als auch für die Maske selbst.
Um mehrere nicht miteinander verbundene Zeichen oder Formen als ein Objekt zu verzerren, umgeben Sie die einzelnen Objekte mit einer Maske (Maskenmodus auf „Ohne“ einstellen) und erstellen Sie das Gitter mit dem Maskenpfad als Umriss. Nach der Erstellung des Gitters kann die Maske gelöscht werden.Wenn der Marionetteneffekt bereits auf eine Ebene angewendet worden ist, werden die Umrisse gelb markiert, wenn sich ein Marionettenwerkzeug-Zeiger darüber befindet. Sie können den Umriss auswählen, in dem der Anfangspunkt für die Erstellung eines Gitters positioniert wird. Bei jedem Klick in einen Umriss mit einem Marionettenwerkzeug wird ein Gitter erstellt.
Wenn noch kein Marionetteneffekt auf eine Ebene angewendet worden ist, sind noch keine Umrisse für diese Ebene berechnet worden. Beim Klicken werden vom Marionetteneffekt die Umrisse berechnet und es wird bestimmt, ob Sie in einen Umriss geklickt haben. Falls ja, wird ein Gitter erstellt, das über den Umriss definiert ist, in den Sie geklickt haben. Andernfalls kann der Zeiger in der Ebene bewegt werden, um den Umriss auszuwählen, in dem ein Punkt positioniert und ein Gitter erstellt werden soll. Durch das Bewegen des Zeigers in der Ebene sehen Sie die Umrisse zahlreicher Objekte und können bestimmen, welche Umrisse Sie zum Erstellen eines Gitters verwenden möchten.

Marionette-überlappen-Einstellungen
Beim Verzerren eines Bildteils muss unter Umständen festgelegt werden, welche Bildteile im Vordergrund vor anderen Teilen angezeigt werden sollen. Zum Beispiel kann es erforderlich sein, dass ein Arm vor dem Gesicht zu sehen ist, um das Winken mit dem Arm zu ermöglichen. Verwenden Sie das Marionette-überlappen-Werkzeug zur Anwendung von Überlappungspunkten auf die Teile eines Objekts, für das die scheinbare Tiefe beeinflusst werden soll.
Marionettenüberlappungspunkte werden auf den ursprünglichen Umriss angewandt, nicht auf das deformierte Bild.

Alle Überlappungspunkte haben die folgenden Eigenschaften:
- Vorn
- Die scheinbare Nähe zum Betrachter. Die Auswirkung von Überlappungspunkten ist kumulativ, d. h. die „Vorn“-Werte werden an Gitterstellen addiert, wo sich Außenbereiche überlappen. Mit negativen „Vorn“-Werten können die Auswirkungen eines anderen Überlappungspunkts an einer konkreten Stelle ausgeglichen werden.
Ein Bereich des Gitters, der nicht durch Überlappungspunkte beeinträchtig wird, hat einen implizierten „Vorn“-Wert von 0. Der Standardwert für einen neuen Überlappungspunkt beträgt 50.
Bei Animation des „Vorn“-Werts sollten Sie normalerweise Keyframes für Interpolationsunterdrückung verwenden. Normalerweise interpolieren Sie nicht schrittweise von einem vorderen Element zu einem hinteren Element. - Außenbereich
- Angabe, wie weit die Auswirkungen des Überlappungspunkts reichen. Die Auswirkungen enden abrupt, nicht allmählich in Abhängigkeit von der Entfernung vom Punkt. Visuell wird der Außenbereich durch eine Flächenfüllung der betroffenen Gitterteile markiert. Die Füllung ist dunkel, wenn der „Vorn“-Wert negativ ist, die Füllung ist hell, wenn der „Vorn“-Wert positiv ist.
Marionette-Stärke-Einstellungen
Beim Verzerren eines Bildteils kann es erforderlich sein, eine Verzerrung anderer Bildteile zu verhindern. Zum Beispiel kann es notwendig sein, einen Arm an seiner Stelle zu belassen, während eine Hand zum Winken bewegt wird. Verwenden Sie das Marionette-Stärke-Werkzeug zur Anwendung von Verstärkungspunkten auf die Teile eines Objekts, die in ihrer Position verbleiben sollen.
Marionettenverstärkungspunkte werden auf den ursprünglichen Umriss angewandt, nicht auf das deformierte Bild.

Alle Verstärkungspunkte haben die folgenden Eigenschaften:
- Betrag
- Die Stärke des Steifmittels. Die Auswirkung von Verstärkungspunkten ist kumulativ, d. h. die „Betrag“-Werte werden an Gitterstellen addiert, wo sich Außenbereiche überlappen. Mit negativen „Betrag“-Werten können die Auswirkungen eines anderen Verstärkungspunkts an einer konkreten Stelle ausgeglichen werden.
Wenn Ungenauigkeiten in der Nähe des Deformationspunkts auftreten, kann dies mit einem in der Nähe des Deformationspunkts angeordneten Verstärkungspunkt mit einem sehr niedrigen „Betrag“-Wert (unter 0,1) ausgeglichen werden. Mit niedrigen „Betrag“-Werten lässt sich die Intaktheit des Bilds gut bewahren, ohne das zu viel Starrheit entsteht. - Außenbereich
- Angabe, wie weit die Auswirkungen des Verstärkungspunkts reichen. Die Auswirkungen enden abrupt, nicht allmählich in Abhängigkeit von der Entfernung vom Punkt. Visuell wird der Außenbereich durch eine helle Flächenfüllung der betroffenen Gitterteile markiert.
Neben der Animation von Standbildern kann der Marionetteneffekt auch auf eine Ebene angewandt werden, deren Quelle Filmfootage ist. Zum Beispiel könnte der Inhalt des gesamten Kompositionsframes zur Anpassung an die Bewegung eines Objekts innerhalb des Frames verzerrt werden. In diesem Fall könnte ein Gitter für die gesamte Ebene erstellt werden. Die Grenzen der Ebene würden als Umriss dienen und mit dem Marionette-Stärke-Werkzeug ließe sich eine Verzerrung der Ebenenkanten verhindern.
auf den Punkt oder ziehen Sie den Punkt damit. Positionieren Sie zur Aktivierung des Verschieben-Werkzeugs den Zeiger auf einem Punkt während entweder das Auswahl-Werkzeug
oder das entsprechende Marionettenwerkzeug aktiv ist.
ein Auswahlrechteck um die entsprechenden Punkte. Positionieren Sie zur Aktivierung des Rahmen-Auswahlwerkzeugs den Zeiger für ein Marionettenwerkzeug außerhalb aller Gitter und Umrisse oder halten Sie die Alt-Taste (Windows) bzw. die Wahltaste (Mac OS) gedrückt.