Planung Ihrer Arbeit
Mit den richtigen Projekteinstellungen, der Vorbereitung von Footage und den anfänglichen Kompositionseinstellungen können Sie beim Rendern des endgültig ausgegebenen Films Fehler und unerwartete Ergebnisse vermeiden. Bevor Sie beginnen, machen Sie sich ein paar Gedanken zu der Arbeit, die Sie in After Effects ausführen möchten, und welche Art von Ausgabe Sie erstellen möchten. Nachdem Sie das Projekt geplant und einige grundlegende Entscheidungen über Projekteinstellungen gefällt haben, können Sie Footage importieren und mit den Ebenen, die auf diesem Footage basieren, Kompositionen zusammenstellen.
Wenn Sie sichergehen möchten, dass sich Ihr Projekt für ein bestimmtes Medium eignet, empfiehlt sich das Erstellen eines Testfilms. Spielen Sie diesen Film auf einem Gerät ab, das später auch von Ihrer Zielgruppe zur Wiedergabe benutzt wird. Solche Tests sollten Sie am besten vor Fertigstellung der schwierigen und zeitaufwändigen Arbeitsabschnitte erledigen, um Probleme früh zu erkennen.
Einen Artikel von Aharon Rabinowitz zur Planung Ihres Projekts mit Berücksichtigung der gewünschten Endergebnisse finden Sie auf der Creative COW-Website.
Einen Video-Lehrgang zum Erstellen und Organisieren von Projekten finden Sie auf der Adobe-Website.
Weitere Informationen zu Kodierungs- und Komprimierungsoptionen finden Sie in folgendem FAQ-Eintrag: „FAQ: What is the best format for rendering and exporting from After Effects?“ (Welches Format eignet sich am besten für das Rendern und Exportieren auf After Effects?).
Storyboards und Skripte (Drehbücher)
Bevor Sie mit dem Aufzeichnen von Footage oder dem Erstellen von Animationen beginnen, ist es häufig besser, mit der Planung Ihres Films mithilfe eines Storyboards und Skripts (Drehbuch) zu beginnen.
Sie können Adobe Photoshop und Adobe Illustrator zum Erstellen der Storyboards verwenden. Sie können Adobe Story zum gemeinsamen Schreiben und Verwalten von Screenplays verwenden. Mit Adobe Story können auch Informationen aus einem Drehbuch in XMP-Metadaten konvertiert werden, mit denen die Erstellung von Drehbüchern, Shot-Lists uvm. automatisiert werden kann.
Erfassen, Auswählen und Vorbereiten von Footage
Vor dem Import von Footage muss zuerst entschieden werden, welche Medien und Formate Sie für Ihre fertigen Filme verwenden möchten. Anschließend müssen die besten Einstellungen für das Quellmaterial ausgewählt werden. Häufig ist es sinnvoll, Footage vorzubereiten und erst danach in After Effects zu importieren.
Wenn ein Bild beispielsweise den Kompositionsframe ausfüllen soll, können Sie das Bild in Adobe Photoshop so definieren, dass die Größe des Bildes und dessen Pixel-Seitenverhältnis mit der Größe der Komposition und deren Pixel-Seitenverhältnis übereinstimmen. Wenn das Bild beim Importieren in After Effects zu groß ist, nehmen die Speicher- und Prozessoranforderungen der Kompositionen zu, in denen das Bild verwendet wird. Wenn das Bild hingegen zu klein ist, geht beim Skalieren auf die gewünschte Größe die Bildqualität verloren. Siehe Pixel-Seitenverhältnis und Frameseitenverhältnis.
Wenn Sie Footage mit konsistenter Beleuchtung und konsistenten Farben aufnehmen können und nicht viel aufwändige Nachbearbeitung bei der Postproduktion durchführen müssen, bleibt Ihnen mehr Zeit für die kreative Arbeit. Sie sollten Adobe OnLocation bei der Aufnahme von Footage verwenden, um sicherzustellen, dass Sie Ihre Zeit und das Footage so gut wie möglich nutzen.
Verwenden Sie wenn möglich unkomprimiertes oder verlustfrei komprimiertes Footage. Verlustfreie Komprimierung führt bei vielen Vorgängen wie Keying und Motion-Tracking zu besseren Ergebnissen Bestimmte Arten der Komprimierung wie die DV-Kodierung eignen sich nur sehr begrenzt für das Keying mit Farben, denn durch die Komprimierung gehen feine Farbunterschiede verloren, die für gutes Bluescreen- oder Greenscreen-Keying erforderlich sind. Führen Sie vor dem abschließenden Rendern keine verlustbehaftete Komprimierung durch. Siehe Keying – Einführung und Ressourcen.
Verwenden Sie nach Möglichkeit Footage mit derselben Framerate wie die der Ausgabe, damit After Effects keine Frame-Überblendung oder ähnliche Methoden zum Ausfüllen fehlender Frames verwenden muss. Siehe Framerate.
Die Art der in After Effects ausgeführten Arbeiten und der ausgegebene Film, den Sie erstellen möchten, können sogar beeinflussen, wie Sie das Footage fotografieren und erfassen. Wenn Sie beispielsweise wissen, dass Sie mit Motion-Tracking animieren möchten, nehmen Sie die Szene mit einer für Motion-Tracking optimalen Methode auf, indem Sie z. B. Tracking-Marken verwenden. Siehe Motion-Tracking:Arbeitsablauf.
David Van Brink veranschaulicht in seinem Omino Pixel-Blog anhand eines ausgezeichneten Beispiels, warum Aufnahmen in einem HD-Format auch für die Ausgabe in standardmäßiger Auflösung sinnvoll sind. Dies liegt daran, dass Ihnen die zusätzlichen Pixel viel Raum für synthetische (simulierte) Kameraarbeit, wie das Zoomen und Kameraschwenken in der Postproduktion, lassen.
Trish und Chris Meyer haben in mehreren Artikeln auf der ProVideo Coalition-Website Tipps für die Planung und Durchführung von Arbeiten für HD- und Breitbildanzeigen veröffentlicht:
The High-Def Checklist (Die HD-Checkliste)
Open Wide: Creating That Widescreen Look (In die Breite: Erstellen des Breitbild-Looks)
Projekteinstellungen
Projekteinstellungen werden in drei grundlegende Kategorien unterteilt: die Anzeige von Zeit in dem Projekt, die Behandlung der Farbangaben in dem Projekt und die Audio-Samplerate. Die Farbeinstellungen müssen Sie anpassen, bevor Sie mit der Arbeit an einem Projekt beginnen. Sie legen fest, wie Farbangaben beim Importieren von Footage-Dateien interpretiert werden, wie die Farbberechnungen während der Arbeit durchgeführt werden und wie Farbangaben für die Endausgabe konvertiert werden. Siehe Farbmanagement und Timecode- und Zeitanzeigeeinheiten.
Wenn Sie das Farbmanagement für Ihr Projekt aktivieren, entsprechen die angezeigten Farben denen des fertigen Films.
Kompositionseinstellungen
Nachdem Sie Footageelemente vorbereitet und importiert haben, erstellen Sie damit die Ebenen in einer Komposition, die Sie animieren und denen Sie Effekte hinzufügen. Beim Erstellen einer Komposition können Sie die Kompositionseinstellungen wie z. B. Auflösung, Framegröße und Pixel-Seitenverhältnis für die gerenderte Endausgabe festlegen. Obwohl Sie die Kompositionseinstellungen jederzeit ändern können, ist es sinnvoll, sie beim Erstellen einer neuen Komposition sofort richtig festzulegen, um unerwartete Ergebnisse in der gerenderten Endausgabe zu vermeiden. Die Framegröße der Komposition z. B. sollte von der Bildgröße im Wiedergabemedium bestimmt werden. Weitere Informationen finden Sie unter Kompositionseinstellungen.
Wenn Sie eine Komposition für mehrere Medienformate rendern und exportieren, passen Sie die Pixelmaße der Komposition stets an die höchsten für Ihre Ausgabe verwendeten Pixelmaße an. Später können Sie Ausgabemodule in der Renderliste verwenden, um für jedes Format eine separate Version der Komposition zu kodieren und zu exportieren. Weitere Informationen finden Sie unter Ausgabemodule und Einstellungen für Ausgabemodule.Überlegungen zur Leistung, zum Arbeitsspeicher und zur Speicherung
Wenn Sie mit großen Kompositionen arbeiten, sollten Sie After Effects und den Computer so konfigurieren, dass die Leistung verbessert wird. Komplexe Komposition benötigen u. U. sehr viel Arbeitsspeicher zum Rendern, und die gerenderten Filme benötigen u. U. viel Speicherplatz auf der Festplatte. Bevor Sie versuchen, einen drei Stunden dauernden Film zu rendern, sollten Sie sich vergewissern, dass dementsprechend viel Speicherplatz auf der Festplatte zur Verfügung steht. Siehe Speicheranforderungen für Ausgabedateien.
Wenn Ihre Quellfootagedateien auf einem langsamen Laufwerk gespeichert sind (oder der Zugriff über eine langsame Netzwerkverbindung stattfindet), hat dies eine schlechte Leistung zur Folge. Speichern Sie die Quellfootagedateien für Ihr Projekt, wenn möglich, auf einem schnellen lokalen Laufwerk. Idealerweise verfügen Sie über drei Laufwerke: eines für die Quellfootagedateien, eines, auf dem die Anwendung ausgeführt wird, und eines für die gerenderte Ausgabe.
Weitere Informationen finden Sie unter Verbessern der Leistung und Voreinstellungen für Arbeitsspeicher und Mehrfachverarbeitung.
Planen der Wiedergabe auf Computermonitoren und mobilen Geräten
Wenn Sie einen Film für die Wiedergabe auf einem PC erstellen – sei es zum Herunterladen aus dem Internet oder zum Abspielen von einer CD-ROM –, geben Sie Kompositions-, Render- und Ausgabemoduleinstellungen an, die eine geringe Dateigröße ergeben. Bedenken Sie, dass einFilm mit einer hohen Datenrate von einem älteren CD-ROM-Laufwerk, das die Daten nicht schnell genug von der CD lesen kann, eventuell nicht einwandfrei abgespielt wird. Außerdem kann es sehr lange dauern, bis eine große Filmdatei über eine Einwähl-Netzwerkverbindung heruntergeladen ist.
Wählen Sie beim Rendern des fertigen Films einen für das Medium geeigneten Dateityp und Encoder. Der entsprechende Decoder muss auf dem System, das von Ihrer Zielgruppe verwendet wird, verfügbar sein. Andernfalls kann der Film nicht wiedergegeben werden. Gebräuchliche Codecs (Encoder/Decoder) sind Codecs, die mit Programmen wie Flash Player, Windows Media Player und QuickTime Player installiert werden.
Einen Artikel von Aharon Rabinowitz zur Planung Ihres Projekts mit Berücksichtigung der gewünschten Endergebnisse finden Sie auf der Creative COW-Website.
Trish und Chris Meyer stellen in einem Artikel auf der Artbeats-Website einige Überlegungen zum Erstellen von Video für das Web an.
Weitere Informationen zu Kodierungs- und Komprimierungsoptionen für After Effects finden Sie in folgendem FAQ-Eintrag: „FAQ: What is the best format for rendering and exporting from After Effects?“ (Welches Format eignet sich am besten für das Rendern und Exportieren auf After Effects?).
Mobilgeräte
Einige der Überlegungen zur Erstellung von Filmen für die Wiedergabe auf Mobilgeräten, z. B. auf Handys und dem Apple iPod, ähneln den Überlegungen zur Erstellung von Filmen für die Wiedergabe auf PCs, allerdings sind die Einschränkungen noch extremer. Da der Speicherplatz (Festplattenspeicher) und die Prozessorleistung bei einem Handy kleiner sind als bei einem PC, müssen Dateigröße und Datenrate für Filme noch genauer gesteuert werden.
Bildschirmdimensionen, Video-Frameraten und Farbumfang variieren von einem Mobilgerät zum anderen beträchtlich. Adobe Device Central enthält Geräteprofile, in denen Informationen zu diesen Eigenschaften enthalten sind. Sie können eine Gruppe von After Effects-Kompositionen erstellen, die auf einen bestimmten Gerätesatz abgestimmt sind. Verwenden Sie dazu in Adobe Device Central den Befehl „Datei“ (Windows) bzw. „Ablage“ (Mac OS) > „Neues Dokument in“ > „After Effects“. (Siehe Erstellen von Kompositionen für die Wiedergabe auf Mobilgeräten.)
Beachten Sie die folgenden Hinweise, wenn Sie Videos für Mobilgeräte aufnehmen:
Nahaufnahmen sind besser. Gesichter sind auf einem winzigen Bildschirm nur gut zu erkennen, wenn sie aus der Nähe aufgenommen wurden.
Leuchten Sie Ihre Bildobjekte gut aus und sorgen Sie für eine ausreichende Trennung vom Hintergrund. Die Farben und Helligkeitswerte von Hintergrund und Bildobjekt sollten sich nicht zu sehr ähneln.
Vermeiden Sie übermäßiges Zoomen und Schwenken, da dies die zeitliche Komprimierung beeinträchtigt.
Da ein stabiles (nicht verwackeltes) Video leichter zu komprimieren ist, sollte das Video mit einem Stativ aufgenommen werden, um ein Wackeln der Kamera zu vermeiden.
Vermeiden Sie die automatische Fokussierung und die automatische Belichtung. Bei diesen Funktionen wird nämlich die Darstellung aller Pixel eines Bildes von einem Frame zum anderen geändert, sodass die Komprimierung per Interframekodierung weniger effizient wird.
Berücksichtigen Sie diese Tipps beim Arbeiten mit After Effects.
Verwenden Sie für Mobilgeräte eine niedrigere Framerate (12-24 fps).
VerwendenSie Werkzeuge zur Bewegungsstabilisierung und Störungsreduzierung oder Weichzeichnungseffekte, bevor Sie die Endausgabe rendern, um den Kompressor beim Verringern der Dateigröße zu unterstützen.
Stimmen Sie die Farbpalette auf die Mobilgeräte ab, für die der Film bestimmt ist. Mobilgeräte verfügen in der Regel über einen eingeschränkten Farbumfang. Durch Anzeigen einer Vorschau in Adobe Device Central können Sie feststellen, ob die verwendeten Farben für ein bestimmtes Gerät oder eine Reihe von Geräten optimal sind.
Erwägen Sie den Einsatz von Schnitten und anderen schnellen Übergängen anstatt zu zoomen bzw. Einblendungen oder Überblendungen zu verwenden. Schnelle Schnitte erleichtern auch die Komprimierung.
Nachdem Sie Ihren Film gerendert haben, können Sie ihn mit Adobe Device Central genau so ansehen, wie er auf einer Vielzahl von Mobilgeräten wiedergegeben wird.
Überlegungen zu plattformübergreifenden Projekten
In After Effects erstellte Projektdateien sind mit Mac OS und Windows kompatibel, doch einige Faktoren wie die Speicherorte und die Benennung der Footagedateien und Support Files können sich auf die plattformübergreifende Arbeit an demselben Projekt auswirken.
Projektdateipfade
Wenn Sie eine Projektdatei auf einen anderen Computer verschieben und sie öffnen, versucht After Effects, die Footagedateien des Projekts wie folgt zu suchen: Zunächst durchsucht After Effects den Ordner, in dem sich die Projektdatei befindet, danach den ursprünglichen Pfad bzw. Ablageordner der Datei und schließlich den Verzeichnisstamm, in dem sich das Projekt befindet.
Beim Erstellen von plattformübergreifenden Projekten ist es ratsam, für Mac OS und Windows dieselben vollständigen Pfadnamen zu verwenden. Wenn sich das Footage und das Projekt auf verschiedenen Volumes befinden, stellen Sie sicher, dass das entsprechende Volume vor dem Öffnen des Projekts gemountet wird und dass die Namen der Netzwerkvolumes auf beiden Systemen gleich sind.
Es empfiehlt sich, Footage im gleichen Ordner wie die Projektdatei oder in einem anderen Ordner innerhalb dieses Ordners zu speichern. Beispiel für eine Hierarchie:
/neuesprojekt/projektdatei.aep
/neuesprojekt/quelle/footage1.psd
/neuesprojekt/quelle/footage2.avi
Anschließend können Sie den kompletten Ordner „neuesprojekt“ auf andere Plattformen kopieren. After Effects findet in diesem Fall sämtliches Footage ohne Probleme.
Mit der Funktion „Dateien sammeln“ können Sie alle zu einem Projekt gehörenden Dateien in einem einzelnen Ordner zusammenführen. Anschließend können Sie den Ordner mit dem kopierten Projekt auf eine andere Plattform verschieben. Siehe Sammeln von Dateien an einer Position.Regeln für die Benennung von Dateien
Wählen Sie für Footage- und Projektdateien die entsprechenden Dateinamenerweiterungen – für QuickTime-Filme zum Beispiel die Erweiterung .mov und für After Effects-Projekte .aep. In plattformübergreifend verwendeten Dateinamen dürfen keine Zeichen des erweiterten ASCII-Codes oder andere erweiterte Zeichen verwendet werden. Dateien, die für das Web bestimmt sind, müssen Namen haben, die den geltenden Regeln für Erweiterungen und Pfade entsprechen.
Unterstützte Dateitypen
Einige Dateitypen werden zwar von der einen Plattform unterstützt, nicht aber von der anderen. Siehe Unterstützte Importformate und Unterstützte Ausgabeformate.
Ressourcen
Stellen Sie sicher, dass sämtliche Schriften, Effekte, Codecs und weitere Ressourcen auf beiden Systemen zur Verfügung stehen. Solche Ressourcen sind häufig Plug-ins.
Wenn Sie unter einem Betriebssystem in einem Projekt einen nativen Effekt von After Effects verwenden, funktioniert der Effekt auch unter dem anderen Betriebssystem, an das Sie das Projekt übertragen haben. Einige Effekte von Drittanbietern und weitere Plug-ins funktionieren möglicherweise nicht mehr, selbst wenn auf dem Zielsystem Versionen dieser Plug-ins vorhanden sind. In solchen Fällen müssen Sie u. U. einige der Effekte von Drittanbietern neu anwenden.
