Störungsbeispiele in Körnungseffekten



Die Aufnahme von Störungsbeispielen ist der erste und wichtigste Schritt bei der Entfernung von Störungen und bei der Anpassung der Störung eines Bildes an die Störung eines anderen Bildes. Dieser Vorgang läuft in der Regel automatisch ab. Sie können auch in den Modus „Manuell“ wechseln und die Beispiele mithilfe der Einstellungsgruppe „Sampling“ im Effektfenster selbst festlegen.

Ein Störungsbeispiel sollte ein einfarbiger Farbblock sein, der das in dem Bild vorhandene Störungsmuster klar anzeigt. Es geht darum, saubere Störungsbeispiele ohne Bilddetails zu extrahieren, die von dem Algorithmus fälschlicherweise als Körnung interpretiert werden könnten. Ein Stück Himmel, eine Mauer im Hintergrund oder ein hautfarbener Bereich wären z. B. ideal. Alle Beispiele sollten aus dem Normalbereich des Film-, DV- oder Videomaterials stammen. Vermeiden Sie unter- oder überbelichtete Bereiche, informationsarme Bereiche und vor allem Bereiche, in denen Pixelwerte auf reines Schwarz oder Weiß beschnitten wurden. Innerhalb dieses normalen Belichtungsbereichs sollten Sie am besten Beispiele mit verschiedenen RGB-Werten und Farben auswählen, z. B. jeweils ein Beispiel aus einem hellen, einem dunklen und einem Mitteltonbereich.

Im automatischen Modus werden viele Beispiele aufgenommen, damit dem Algorithmus genug brauchbare Störungsdaten zur Verfügung stehen, selbst wenn sich die Suche nach guten Beispielen in einem Bild manchmal schwierig gestaltet. Der automatische Modus kann die von Ihnen festgelegte Sampleanzahl aufheben, wenn nicht genug brauchbare Beispiele gefunden werden. Sie können die Samplegröße im automatischen und manuellen Modus ändern. Eine größere Größe ist allerdings keine Garantie für bessere Ergebnisse, vor allem dann, wenn die RGB-Werte der resultierenden Beispiele stärker als zuvor schwanken. Die Samplegröße sollte reduziert werden, wenn ein bestimmtes Bild keine ausreichend großen Bereiche mit konstanten Farbwerten enthält. In Bildern mit großen, detailarmen Bereichen kann eine größere Samplegröße hingegen bessere Ergebnisse liefern.

Manuelles Verschieben von Störungsbeispielen

Die Ergebnisse der automatischen Körnungs- oder Sampleauswahl sind zwar in der Regel für die Effekte „Körnung anpassen“ und „Körnung entfernen“ akzeptabel, aber Sie können die Position und Größe einzelner Beispiele sowie die Sampleanzahl manuell ändern. Eine Verschiebung wäre z. B. sinnvoll, wenn beim automatischen Sampling ein einheitlicher Bereich ausgewählt wurde, der unter- oder überbelichtet ist und keine Details zur Körnungsstruktur enthält.

Die Störungsbeispiele für die Effekte „Körnung anpassen“ und „Körnung entfernen“ werden immer der Quellebene entnommen. Da alle bereits auf die Ebene angewendeten Effekte oder Masken ignoriert werden, führt diese Methode zu einem präziseren Sampling. Sollen die Beispiele die vorhandenen Effekte berücksichtigen, müssen Sie die Quellebene mit den Effekten bearbeiten bzw. vorrendern und dann das Ergebnis als Quellebene für den Körnungseffekt verwenden.

Vermeiden Sie scharfe Kanten, Farbverläufe, Glanzlichter, Texturen wie Gras und sich kräuselnde Wasseroberflächen, feine Details wie Haare und Blätter sowie über- oder unterbelichtete, informationsarme Bereiche.

  1. Wählen Sie im Effektfenster im Menü „Ansichtsmodus“ die Option „Störungsbeispiele“.

    Die Beispiele werden im Quellbild in Form kleiner, weißer Quadrate (24 x 24 Pixel) angezeigt.

  2. Wählen Sie in der Einstellungsgruppe „Sampling“ aus dem Popup-Menü „Sampleauswahl“ die Option „Manuell“.
  3. Um unerwünschte Beispiele aus dem Bild zu entfernen, verringern Sie den Wert für „Sampleanzahl“.
  4. Führen Sie einen der folgenden Schritte aus, um ein Störungsbeispiel zu verschieben:
    • Klicken Sie in der Einstellungsgruppe „Störungssamplepunkte“ auf den Punktparameter  des Störungsbeispiels. In der Komposition wird ein über dem Beispiel zentriertes Fadenkreuz eingeblendet. Klicken Sie im Kompositionsfenster auf die gewünschte neue Stelle, um das Beispiel dort zu platzieren.

    • Ziehen Sie den Samplepunkt im Kompositionsfenster mit dem Auswahl-Werkzeug  an die gewünschte Stelle.

    • Geben Sie im Effektfenster die gewünschten horizontalen und vertikalen Koordinaten ein.

      Hinweis: Die Anzahl der aktivierten Samplepunkte entspricht dem aktuellen Wert für „Sampleanzahl“.
  5. Wiederholen Sie den Vorgang für alle Samplepunkte, die Sie verschieben möchten.

Ändern des Sampling-Quellframes

Standardmäßig werden die Störungsbeispiele für die Effekte „Körnung anpassen“ und „Körnung entfernen“ immer dem ersten Frame der Sequenz entnommen. Sie können jedoch auch einen anderen Quellframe für die Entnahme der Beispiele festlegen. Ändern des Frames bietet sich an, wenn es zwischen den Frames einer Sequenz starke Schwankungen hinsichtlich Beleuchtung und Belichtung gibt.

  1. Entscheiden Sie, welcher Frame aufgenommen werden soll. Achten Sie darauf, dass der Anzeigestil der Projekteinstellungen auf „Frames“ eingestellt ist und die Nummerierung bei Null beginnt. Die Nummer des aktuellen Frames wird dann oben links im Zeitleistenfenster in blauer Farbe angezeigt. Geben Sie diese Frame-Nummer in der Einstellungsgruppe „Sampling“ unter „Quellframe“ ein.
  2. Wählen Sie im Menü „Ansichtsmodus“ die Option „Störungsbeispiele“.

    Der ausgewählte Frame wird im Kompositionsfenster angezeigt und die zugehörigen automatischen Beispiele sind in dem Bild eingeblendet.

Ändern der Samplefeldfarbe

Sie können für die Effekte „Körnung entfernen“ oder „Körnung anpassen“ die Ansichtsmodusoption „Störungsbeispiele“ setzen, um die von dem jeweiligen Effekt aufgenommenen Bereiche anzuzeigen. Die aufgenommenen Bereiche erhalten automatisch eine weiße Kontur. Sie können auch die Farben der Feldkonturen dieser Störungsbeispiele ändern.

 Führen Sie in der Einstellungsgruppe „Sampling“ neben „Samplefeldfarbe“ einen der folgenden Schritte aus:
  • Klicken Sie auf das Farbfeld und wählen Sie im Farbwähler eine Farbe aus.

  • Klicken Sie auf „Pipette“ und dann auf eine Farbe im Anwendungsfenster.