Exportieren einer Komposition als XFL-Datei nach Flash Professional



Sie können eine Komposition aus After Effects in das XFL-Format zur weiteren Bearbeitung und Verwendung in Flash Professional CS4 exportieren.

Wenn Sie eine Komposition als XFL-Datei exportieren, wird in After Effects versucht, einzelne Ebenen und Keyframes zu exportieren, damit möglichst viele Informationen für die direkte Verwendung in Flash Professional erhalten bleiben. Wenn After Effects das Element einer Komposition nicht als nicht gerenderte Daten in eine XFL-Datei exportieren kann, wird das Element entweder ignoriert oder in ein PNG- oder FLV-Element gerendert, je nachdem, ob Sie nicht unterstützte Funktionen ignorieren oder nicht.

Einen Video-Lehrgang zum Exportieren in das XFL-Format finden Sie auf der Adobe-Website unter www.adobe.com/go/lrvid4098_xp_de.

XFL-Dateien

XFL-Dateien sind im Wesentlichen XML-Entsprechungen von FLA-Dateien. Eine XFL-Datei ist ein komprimierter Archivordner, der einen Bibliotheks-Ordner und ein XML-Dokument (DOMDocument.xml) enthält, das die FLA-Datei beschreibt. Der Bibliotheks-Ordner enthält die Objekte, auf welche die XML-Datei verweist. Wenn Sie eine XFL-Datei in Flash Professional öffnen, werden diese Objekte aus der XFL-Datei extrahiert und zum Erstellen eines FLA-Dokuments verwendet. Sie speichern das Dokument in Flash Professional als neue FLA-Datei. Sie ändern mit Flash Professional nicht die XFL-Datei.

Wenn Sie den Inhalt einer XFL-Datei anzeigen oder manuell bearbeiten möchten, können Sie die komprimierte Archivdatei genauso wie jede andere .zip-Datei öffnen. Die Dateinamenerweiterung muss dabei nicht durch .zip ersetzt werden, wenngleich dies das Extrahieren der Dateien für diese manuelle Anzeige erleichtern kann.

Exportieren einer Komposition in das XFL-Format

  1. Um die ausgewählte Komposition als XFL-Datei zu exportieren, wählen Sie „Datei“ (Windows) bzw. „Ablage“ (Mac OS) > „Exportieren“ > „Adobe Flash Professional“ (XFL).

  2. Wählen Sie im Dialogfeld „Adobe Flash Professional (XFL)-Einstellungen“ die Vorgehensweise von After Effects für Ebenen mit nicht unterstützten Funktionen:

    Ignorieren
    Ebenen mit nicht unterstützten Funktionen sind nicht in der XFL-Ausgabe enthalten.

    Rastern auf
    Ebenen mit nicht unterstützten Funktionen werden gerastert. Das bedeutet, dass die Ebenen in ein Bitmap-Format (FLV-Datei oder Sequenz von PNG-Bildern) gerendert werden. Vektoren bleiben nicht erhalten. Dadurch wird das Erscheinungsbild der Ebene beibehalten, wenn die XFL-Datei in Flash Professional verwendet wird. Beim Rastern zu einer PNG-Sequenz werden identische, aneinander angrenzende Frames nur einmal zu einer einzelnen PNG-Datei gerastert, die dann mehrmals referenziert wird.

  3. (Optional) Klicken Sie auf die Schaltfläche „Formatoptionen“ und ändern Sie die Einstellungen für die Erstellung von PNG-Sequenzen oder FLV-Dateien.

    Wenn Sie im Menü „Format“ die Option „FLV“ gewählt haben und dann auf „Formatoptionen“ klicken, wird das Dialogfeld für die FLV|F4V (H.264)-Exporteinstellungen geöffnet. Obwohl Sie Elemente wie die Bitrate ändern können, müssen Sie im Allgemeinen nicht viele Einstellungen in diesem Dialogfeld vornehmen. Änderungen, die Sie in diesem Dialogfeld vornehmen, bleiben erhalten und werden für spätere Exportvorgänge verwendet. Achten Sie also darauf, welche Elemente Sie ändern.
    Hinweis: Das Videoformat für den XFL-Export ist FLV, nicht F4V, deshalb sind in diesem Dialogfeld die Video-Codecs On2 VP6 und Sorenson Spark verfügbar.

    Wenn Sie eine vorgenommene Änderung an den Formatoptionen rückgängig machen möchten, klicken Sie im Dialogfeld „Adobe Flash Professional (XFL)-Einstellungen“ auf die Schaltfläche „Auf Standardeinstellungen zurücksetzen“.

  4. Wählen Sie im Dialogfeld „Als Adobe Flash Professional (XFL) exportieren“ einen Speicherort für die Ausgabedateien.

Während der Verarbeitung der Komposition wird ein Dialogfeld mit dem Fortschritt des Exportvorgangs angezeigt.

Beim Erstellen einer XFL-Datei in After Effects wird auch ein Bericht („[XFL_Dateiname]report.html“) im gleichen Ordner wie die XFL-Datei gespeichert. Dieser Bericht informiert darüber,

  • ob Ebenen mit nicht unterstützen Funktionen gerastert oder ignoriert wurden;

  • ob die einzelnen Quellelemente gerastert („gerendert“) oder weitergeleitet („verknüpft“) wurden;

  • ob die einzelnen Ebenen gerastert („gerendert“) oder in ein natives Flash-Objekt konvertiert wurden.

Arbeiten in Flash Professional mit aus XFL-Dateien erstellten FLA-Dokumenten

Das Fenster „Bibliothek“ in Flash Professional ähnelt dem Projektfenster in After Effects. Wenn Flash Professional ein FLA-Dokument aus einer XFL-Datei anlegt, erstellt es Symbole, Ordner und Videoclips und organisiert diese im Fenster „Bibliothek“. Jedes Element im Fenster „Bibliothek“ hat einen eindeutigen Namen, auch wenn es auf einem Element mit identischem Namen in After Effects basiert. So können diese Elemente mit ActionScript bearbeitet werden. Aufgrund dieser Voraussetzung hängt After Effects beim Erstellen der XFL-Datei Unterstrich-Zeichen und Nummern an zahlreiche Namen an.

Wenn Flash Professional ein FLA-Dokument aus einer XFL-Datei erstellt, die FLV-Dateien enthält, werden die FLV-Dateien in die Zeitleiste von Flash eingebettet. Eine effizientere Vorgehensweise zum Erstellen eines FLA-Dokuments besteht oft darin, die Videodateien an einen externen Speicherort zu verschieben, auf den durch die SWF-Datei verwiesen wird, und das Video zu streamen. Bei Bedarf können Sie die Einbettung von FLV-Dateien in Flash Professional aufheben, indem Sie das Video löschen und mithilfe der FLVPlayback-Komponente erneut importieren.

Hinweis: In After Effects beginnt die Zeitleiste der Komposition bei Frame 0. In Flash Professional beginnt sie bei Frame 1. Aufgrund dieses Unterschieds erscheinen die Zeitleiste der After Effects-Komposition und die entsprechende Flash-Zeitleiste um einen Frame voneinander versetzt.

In After Effects kann eine Komposition auch andere Pixel-Seitenverhältnisse als 1,0 (quadratische Pixel) aufweisen. Flash Professional unterstützt nur ein Pixel-Seitenverhältnis von 1,0. Wenn eine Komposition in das XFL-Format exportiert wird, so ist das FLA-Dokument ein Dokument mit quadratischen Pixeln und einer anderen Anzahl von Pixeln, damit das Erscheinungsbild des Dokuments in Flash Professional dem Erscheinungsbild der Komposition in After Effects entspricht. Die Skalierungswerte in der XFL-Datei behalten das Erscheinungsbild der Ebenen bei.

Erhalten von Funktionen und Daten beim Exportieren einer Komposition in das XFL-Format

Wenn eine Komposition als XFL-Datei exportiert wird, durchläuft sie in After Effects mehrere Phasen, wobei in jeder Phase versucht wird, die maximale Menge an Informationen aus Ebenen und ihren Quelldateien zu exportieren.

Wenn PNG-, JPEG- und FLV-Dateien die Quellen für Ebenen in der Komposition sind, werden diese Quelldateien in die XFL-Ausgabe einbezogen (per Weiterleitung), sofern auf den Ebenen nicht Funktionen verwendet werden, die in After Effects das Transkodieren der Quelldateien oder Rastern der Ebenen erforderlich machen, um den Export in XFL zu ermöglichen.
Hinweis: Transkodieren bedeutet Umwandeln einer Quelldatei aus einem Format in ein anderes, z. B. aus GIF in PNG. Rastern bedeutet Umwandeln einer Ebene in ein Bitmap-Bild unter Einbeziehung aller Modellinformationen – wie Vektoren und Keyframes – in ein auf eine Ebene reduziertes, pixelbasiertes Bild für jeden Frame.

Phase 1: Quelldateien werden, wenn möglich, unverändert weitergeleitet.

Damit die Quelldatei einer Ebene an die XFL-Datei weitergeleitet wird, muss die Ebene die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Zur Ebene gehört ein Quellfootageelement, das eine PNG- oder JPEG-Sequenz oder eine FLV-Datei als Quelle verwendet. (Die Ebene ist keine Textebene, Kameraebene, Lichtebene oder Formebene.)

  • Die Framerate des Quellfootageelements entspricht der Framerate der Komposition.

  • Die Quelle der Ebene wurde nicht beschnitten.

  • Die Ebene erstreckt sich nicht über den ersten oder letzten Frame des Kompositionsarbeitsbereichs hinaus.

  • Die Ebene verfügt über keine anderen Eigenschaften als „Position“, „Ankerpunkt“, „Deckkraft“, „Skalierung“ und „Drehung“. Da Effekte den Ebenen Eigenschaften hinzufügen, bedeutet diese Voraussetzung auch, dass auf die Ebene keine Effekte angewendet sein dürfen.

  • Es ist keine Bewegungsunschärfe, Frame-Überblendung oder Zeitverzerrung auf die Ebene angewendet.

  • Es gibt keine bewegte Maske für die Ebene.

  • Es ist keine Einstellungsebene oberhalb der Ebene vorhanden.

  • Obere Ebenen verwenden keine anderen Füllmethoden als „Normal“.

  • Die Option „Transparenz erhalten“ ist nicht für die Ebene oder für eine Ebene darüber eingestellt.

  • Die Ebene ist keine 3D-Ebene.

Phase 2: Verbleibende Quelldateien werden, wenn möglich, in PNG-Sequenzen oder FLV-Dateien konvertiert.

Wenn die Quelldatei einer Ebene nur deshalb nicht an die XFL-Datei weitergeleitet werden kann, weil sie keine PNG-Sequenz, JPEG-Sequenz oder FLV-Datei als Quelle verwendet, wird die Quelle der Ebene transkodiert oder auf eine PNG-Sequenz oder FLV-Datei gerastert, die der XFL-Datei hinzugefügt wird. In diesem Fall werden die Keyframes für „Position“, „Deckkraft“, „Skalierung“ und „Drehung“ der Ebene beibehalten und zu Keyframes in der XFL-Ausgabe konvertiert. Wenn mehrere Ebenen dieselbe Quelle in After Effects verwenden und alle anderen oben genannten Voraussetzungen zum Weiterleiten erfüllen, haben sie auch eine gemeinsame Quelle in dem in Flash Professional erstellten Dokument. Unterkompositionen können als Quellelemente gerastert werden.

Die aus einer Komposition erstellte XFL-Datei erhält die Animationsinformationen für die Ebenen in der Komposition. Keyframes für die Eigenschaften „Position“, „Deckkraft“, „Skalierung“ und „Drehung“ werden zu Keyframes in Flash Professional konvertiert, mit einem Keyframe pro Frame für jede animierte Eigenschaft. Nur Keyframes für die 2D-Position (x und y) sowie die 2D-Drehung (z) werden konvertiert.

In After Effects kann die Eigenschaft „Ankerpunkt“ animiert werden, für den Transformationspunkt in Flash Professional ist jedoch keine Animation möglich. In Flash Professional befindet sich der Transformationspunkt an der oberen linken Ecke des Symbols. Keyframe-Animationen von Transformationseigenschaften (einschließlich Ankerpunkt) in After Effects werden in Animationen konvertiert, die um das Transformationszentrum der exportierten XFL-Datei angesiedelt sind.

Phase 3: Verbleibende Ebenen werden, wenn möglich, als einzelne Ebenen gerastert.

Wenn eine Ebene die Voraussetzungen für das Weiterleiten, Transkodieren oder Rastern der Quelldatei als Quellelement nicht erfüllt, muss die Ebene selbst als Ebene gerastert werden. Beim Rastern einer Ebene gehen alle Keyframe-Informationen verloren. Alle Informationen sind in den gerasterten Bildframes selbst enthalten.

Eine Ebene muss die folgenden Voraussetzungen erfüllen, um als einzelne Ebene gerastert werden zu können:

  • Die Ebene basiert entweder auf einem Video-Footageelement (inklusive einer Farbfläche) oder ist eine Form- oder Textebene. (Die Ebene ist keine Kameraebene, Lichtebene oder reine Audioebene.)

  • Es ist keine Einstellungsebene oberhalb der Ebene vorhanden.

  • Obere Ebenen verwenden keine anderen Füllmethoden als „Normal“.

  • Es gibt keine bewegte Maske für die Ebene.

  • Die Option „Transparenz erhalten“ ist nicht für die Ebene oder für eine Ebene darüber eingestellt.

  • Die Ebene ist keine 3D-Ebene.

Phase 4: Verbleibende Ebenen werden zusammen in Behältern gerendert und gerastert.

Wenn eine Ebene die Voraussetzungen für das Rastern zu einer einzelnen Ebene nicht erfüllt, wird sie gerendert und zusammen mit anderen Ebenen in einer Gruppe (Behälter) gerastert. Behälter von Ebenen, die zusammen gerastert werden, sind im Allgemeinen 3D-Ebenen, Ebenen, die mit Füllmethoden miteinander kombiniert wurden, bewegte Masken und Ebenen mit einer Einstellungsebene.

Einschränkungen beim Exportieren in das XFL-Format

Wenn Flash Professional eine XFL-Datei öffnet, muss es alle Objekte in den Speicher laden. After Effects gibt eine Warnung aus, wenn Sie eine Komposition exportieren, für welche die Objekte mehr als 580 MB einnehmen. After Effects gibt gleichermaßen eine Warnung aus, wenn das Öffnen einer XFL-Datei in Flash Professional sehr lange dauert, da die Anzahl der Frames in einer PNG-Sequenz größer als 1.050 ist. Sie können eine Komposition auch dann in das XFL-Format exportieren, wenn diese Begrenzungen überschritten werden, möglicherweise können Sie die XFL-Datei aber nicht mit Flash Professional öffnen.

Um die langen Ladezeiten von Sequenzen mit einer großen Anzahl PNG-Dateien zu verhindern, könnten Sie Ebenen, die auf PNG-Sequenzen basieren, in das FLV-Format vorrendern.

After Effects benötigt den Adobe Media Encoder, um FLV-Dateien zu erstellen. Der Adobe Media Encoder kann keine FLV-Dateien mit größeren Pixelmaßen als 1920 x 1080 erstellen.

Wenn Sie eine Komposition aus einem 32-Bit-Projekt in das XFL-Format exportieren, führt das Rendern von Farben mit Werten unter 0 und über 1 dazu, dass das Erscheinungsbild der Komposition in After Effects nicht erhalten bleibt. Sie sollten nur in einem 8-Bit- oder 16-Bit-Projekt arbeiten, wenn Sie eine Komposition erstellen, die Sie im XFL-Format für Flash Professional exportieren möchten.

Audio wird nicht in die XFL-Datei exportiert.