Effekte

In After Effects finden Sie viele verschiedene Effekte, die Sie auf Ebenen anwenden können, um die Eigenschaften von Standbildern sowie Video- und Audiomaterial zu ändern oder diesen neue Eigenschaften hinzuzufügen. Effekte bieten Ihnen beispielsweise die Möglichkeit, die Belichtung oder Farbe von Bildern zu ändern, neue visuelle Elemente hinzuzufügen, Klänge zu bearbeiten, Bilder zu verzerren, die Körnung zu entfernen, die Beleuchtung anzupassen oder Übergänge zu schaffen.

Manchmal werden Effekte fälschlicherweise als Filter bezeichnet. Der Hauptunterschied zwischen einem Filter und einem Effekt liegt darin, dass Bilder oder andere Ebeneneigenschaften durch einen Filter dauerhaft geändert werden, während ein Effekt mit seinen Merkmalen jederzeit geändert oder entfernt werden kann. Anders ausgedrückt, wirken Filter destruktiv, während Effekte nicht destruktiv wirken. In After Effects werden ausschließlich Effekte, also nicht destruktive Änderungen verwendet. Ein direkter Vorteil der Möglichkeit, die Eigenschaften eines Effekts zu ändern, liegt darin, dass diese Eigenschaften über einen gewissen Zeitverlauf hinweg geändert, d. h. animiert werden können.

Hinweis: Pfad-Vorgänge auf Formebenen, wie z. B. „Zickzack“ oder „Zusammenziehen und aufblasen“, die Sie im Formebenenmenü „Hinzufügen“ anwenden, werden in Adobe Illustrator als Effekte bezeichnet. Sie unterscheiden sich in ihrer Funktion aber von anderen Effekten in After Effects.

Über das Effekte- und Vorgabenfenster können Sie Effekte anzeigen und anwenden. Die Eigenschaften von Effekten können im Effekt- oder Zeitleistenfenster oder durch das Verschieben eines Effektankerpunktes im Ebenen- oder Kompositionsfenster geändert werden.

Sie können einer Ebene mehrere Instanzen ein und desselben Effekts zuweisen, jede Instanz umbenennen und die Eigenschaften für jede Instanz getrennt festlegen.

Einen Video-Lehrgang zum Anwenden von und Arbeiten mit Effekten und Animationsvorgaben finden Sie auf der Adobe-Website unter www.adobe.com/go/vid0228_de.

Hinweis: Wenn Sie ein Projekt mit einem Effekt öffnen, dessen Zusatzmodul nicht in After Effects geladen wurde, wird eine entsprechende Warnung angezeigt. Im Zeitleistenfenster und im Effektfenster wird außerdem für jede Instanz des fehlenden Effekts vor dessen Namen der Hinweis „Fehlt: “ angezeigt. Wenn Sie alle Instanzen fehlender Effekte im Zeitleistenfenster für die aktive Komposition anzeigen möchten, drücken Sie zweimal die Taste „F“.

Effekt-Zusatzmodule

Alle Effekte, auch die, die bereits zum Lieferumfang von After Effects gehören, werden als Zusatzmodule implementiert. Zusatzmodule sind kleine Softwaremodule mit Dateinamenerweiterungen wie .aex, .pbk und .pbg, mit denen einer Anwendung Funktionen hinzugefügt werden können. Nicht alle Zusatzmodule sind Effekt-Zusatzmodule. Einige Zusatzmodule liefern beispielsweise Funktionen zum Importieren von und Arbeiten mit bestimmten Dateiformaten. Beispielsweise erhält After Effects durch das Photoshop-Zusatzmodul Camera Raw die Fähigkeit, mit Camera Raw-Dateien zu arbeiten. (Siehe Zusatzmodule.)

Viele Zusatzmodule für Effekte sind in C/C++ geschrieben. Zunehmend werden Zusatzmodule für Effekte zur Bildbearbeitung jedoch in der Sprache Adobe® Pixel Bender™ geschrieben.

Da Effekte als Zusatzmodule implementiert werden, können Sie weitere, von Drittanbietern bereitgestellte Effekte installieren und einsetzen – einschließlich der Effekte, die Sie selbst erstellen. Sie können einen einzelnen neuen Effekt oder einen gesamten Ordner mit neuen Effekten zum Ordner „Plug-ins“·hinzufügen. Dieser befindet sich standardmäßig in einem der folgenden Ordner:

  • (Windows) Programme\Adobe\Adobe After Effects CS4\Support Files

  • (Mac OS) Programme/Adobe After Effects CS4

Beim Start von After Effects wird im Ordner „Plug-ins“ und in allen Unterordnern nach installierten Effekten gesucht, die dann im Menü „Effekt“ und im Effekte- und Vorgabenfenster angezeigt werden. After Effects ignoriert Inhalte von Ordnern, deren Namen in Klammern gesetzt sind. So sind z. B. die Inhalte des Ordners „(archivierte_Effekte)“ nicht geladen.

Adobe bietet mit After Effects viele Effekt-Zusatzmodule anderer Hersteller an. Die Zusatzmodule „Keylight“, „Color Finesse“ und „Cycore FX (CC)“ werden standardmäßig mit der Vollversion von Adobe After Effects installiert. In der Testversion von Adobe After Effects sind diese Zusatzmodule nicht enthalten. Die Dokumentation einiger Zusatzmodule wird vom zugehörigen Installationsprogramm in demselben Verzeichnis wie das Zusatzmodul selbst installiert. Dokumentation für die Cycore FX-Zusatzmodule finden Sie auf der Cycore-Website.

Die in After Effects integrierten Zusatzmodule EXtractoR und IDentifier von fnord software bieten Zugriff auf mehrere Ebenen und Kanäle von OpenEXR-Dateien. (Siehe 3D-Kanal-Effekte.)

Animieren von Effekten

Effekteigenschaften können Sie auf die gleiche Weise animieren wie jede andere Eigenschaft – indem Sie den Effekteigenschaften Keyframes oder Expressions hinzufügen. In den meisten Fällen erfordern selbst Effekte, die sich auf die gewöhnliche Verwendung der Animation stützen, die Einrichtung von Keyframes oder Expressions. So können Sie z. B. durch Animieren der Eigenschaft „Fertigstellung der Überblendung“ eines Überblendungseffekts oder durch Animieren der Evolutionseinstellung für „Turbulente Störung“ einen statischen Effekt in einen dynamischen Effekt umwandeln.

Farbtiefe

Viele Effekte unterstützen die Verarbeitung von Farbdaten und Alphakanaldaten mit einer Tiefe von 16 oder 32 Bit pro Kanal. Die Verwendung eines 8-Bit-Effekts in einem 16- oder 32-Bit-Projekt kann den Verlust von Farbdetails zur Folge haben. Wenn ein Effekt nur 8 Bit pro Kanal unterstützt, für Ihr Projekt aber 16 oder 32 Bit festgelegt wurden, wird im Effektfenster neben dem Namen des Effekts ein Warnsymbol  angezeigt. Sie können im Effekte- und Vorgabenfenster festlegen, dass nur die Effekte aufgeführt werden, die die Farbtiefe des aktuellen Projekts unterstützen. (Siehe Farbtiefe und HDR-Farben.)

Renderreihenfolge

Die Reihenfolge, in der After Effects Masken, Effekte, Ebenenstile und Transformationseigenschaften rendert, die so genannte Renderreihenfolge, kann sich auf das Endergebnis eines zugewiesenen Effekts auswirken. Im Zeitleistenfenster und im Effektfenster werden Effekte standardmäßig in der Reihenfolge angezeigt, in der sie angewendet werden. Effekte werden in der Reihenfolge der Liste gerendert. Sie können die Reihenfolge, in der die Effekte gerendert werden, ändern, indem Sie die Effektnamen einfach an die gewünschte Position in der Liste ziehen. (Siehe Renderreihenfolge und Falten der Transformationen.)

Ein auf Einstellungsebene angewendeter Effekt wirkt sich auf alle Ebenen in der Stapelreihenfolge im Zeitleistenfenster aus. (Siehe Erstellen einer Einstellungsebene.)

Einstellungen für Expressions, Effekte

Die Anwendung der Effekte unter „Einstellungen für Expressions“ bewirkt nicht, dass sich bestehende Ebeneneigenschaften ändern. Durch diese Effekte werden Ebenen vielmehr Eigenschaften hinzugefügt, auf die Sie mit Expressions verweisen können. (Siehe Verwenden von Effekten unter „Einstellungen für Expressions“.)

Mit dem Effekt „Grenzen erweitern“ wird das Erreichen des Randes verhindert.

Da ein Effekt auf eine Ebene angewendet wird, sind die Ergebnisse einiger Effekte normalerweise auf die Grenzen innerhalb der Ebene beschränkt. Dies kann dazu führen, dass der Effekt abrupt endet. Sie können den Effekt „Grenzen erweitern“ auf eine Ebene anwenden, um die Ebene vorübergehend zu erweitern. Dadurch können Sie die Ergebnisse anderer Effekte berechnen. Dieser Vorgang ist für neuere Effekte nicht notwendig, da es sich normalerweise um 32-Bit-Effekte handelt.

Verwalten von Effekten und Effekteigenschaften mit Skripten

Paul Tuersley stellt im AE Enhancers-Forum ein Skript zur Verfügung, mit dem Sie Kompositionen für Effekte suchen und aktivieren bzw. deaktivieren können.

Paul Tuersley stellt im AE Enhancers-Forum ein Skript zur Verfügung, das die Synchronisierung von Änderungen an Effekteigenschaften bei mehreren Ebenen einfacher macht.