Pfade

Verschiedene Merkmale von After Effects, darunter Masken, Formen, Malstriche und Bewegungspfade, beruhen auf dem Konzept eines Pfades. Werkzeuge und Verfahren zum Erstellen und Bearbeiten verschiedener Pfadtypen überschneiden sich zwar, aber jeder Pfadtyp weist seine individuellen Aspekte auf.

Ein Pfad besteht aus Segmenten und Scheitelpunkten. Segmente sind die Linien oder Kurven, die Scheitelpunkte verbinden. Scheitelpunkte definieren, wo ein Pfadsegment beginnt und endet. In einigen Anwendungen von Adobe werden für Scheitelpunkte die Begriffe Ankerpunkt und Pfadpunkt verwendet.

Sie können die Form eines Pfades ändern, indem Sie seine Scheitelpunkte, die Richtungsgriffe am Ende der Grifflinien (oder Tangenten) oder das Pfadsegment selbst ziehen.

Winkel und Länge der Grifflinie bestimmen den Pfad beim Austreten aus dem zugehörigen Scheitelpunkt. Wenn sich der Pfad dem nächsten Scheitelpunkt nähert, wird er immer weniger von der ausgehenden Richtungslinie des vorherigen Scheitelpunkts und dafür mehr von der eingehenden Richtungslinie des nächsten Scheitelpunkts beeinflusst.

Aufbau eines Pfades

A.
Ausgewählter Scheitelpunkt

B.
Ausgewählter Scheitelpunkt

C.
Nicht ausgewählte Scheitelpunkte

D.
Gekrümmtes Pfadsegment

E.
Grifflinie (Tangente)

F.
Richtungsgriff

Pfade können über zwei Arten von Scheitelpunkten verfügen: Eckpunkte und Übergangspunkte. An einem Übergangspunkt sind Pfadsegmente als glatte Kurve miteinander verbunden; die eingehenden und ausgehenden Grifflinien befinden sich auf derselben Linie. An einem Eckpunkt ändert ein Pfad abrupt seine Richtung; die eingehenden und ausgehenden Grifflinien befinden sich auf unterschiedlichen Linien. Beim Zeichnen eines Pfades können Eck- und Übergangspunkte beliebig miteinander kombiniert werden. Wenn Sie einen falschen Punkt zeichnen, können Sie ihn später ändern.

Aufbau eines Pfades

A.
Vier Eckpunkte

B.
Vier Übergangspunkte

C.
Kombination aus Eck- und Übergangspunkten

Wenn Sie eine Grifflinie für einen Übergangspunkt verschieben, werden die Kurven auf beiden Seiten des Punktes angepasst. Verschieben Sie dagegen eine Grifflinie auf einem Eckpunkt, wird nur die Kurve angepasst, die auf der Seite des Punktes liegt, auf der sich die Grifflinie befindet.

Anpassen der Grifflinien bei Übergangs- (links) und Eckpunkten (rechts)

Ein Pfad kann offen oder geschlossen sein. Ein offener Pfad hat einen Anfangspunkt, der nicht mit dem Endpunkt übereinstimmt. Ein Beispiel für einen offenen Pfad ist eine gerade Linie. Ein geschlossener Pfad ist durchgehend, ohne klar definierten Anfangs- und Endpunkt. Beispielsweise ist ein Kreis ein geschlossener Pfad.

Sie können Pfade in allgemeinen geometrischen Formen einschließlich Polygonen, Ellipsen und Sternen zeichnen oder Sie können mit dem Zeichenstift einen frei definierten Pfad zeichnen. Mit dem Zeichenstift gezeichnete Pfade sind entweder manuelle Bézier-Pfade oder RotoBézier-Pfade. Der Hauptunterschied zwischen RotoBézier- und manuellen Beziér-Pfaden besteht darin, dass Grifflinien für RotoBézier-Pfade automatisch berechnet werden, sodass sie einfacher und schneller zu zeichnen sind.

Wenn Sie die Formwerkzeuge (Rechteck, abgerundetes Rechteck, Ellipse, Polygon oder Stern) verwenden, um einen Formenpfad oder eine Formebene zu zeichnen, können Sie zwei Arten von Pfaden erstellen: einen parametrischen Formenpfad oder einen Beziér-Formenpfad. (Siehe Einführung in Formen und Formebenen.)

Sie können Maskenpfade, Malstrichpfade und Bézier-Formenpfade mithilfe von Expressions verknüpfen. Sie können auch jeweils Maskenpfade, Malstrichpfade, Bézier-Formenpfade, Bewegungspfade und Pfade von Adobe Illustrator, Photoshop und Adobe Fireworks® kopieren und einfügen. (Siehe Erstellen von Formen und Masken.)

Bei Formenpfaden können Sie den Pfad-Vorgang „Pfade zusammenführen“ (ähnlich den Pathfinder-Effekten in Adobe Illustrator) verwenden, um mehrere Pfade zu einem Pfad zusammen zu führen. (Siehe Optionen für „Pfade zusammenführen“.)

Wenn Sie möchten, dass Text oder ein Effekt einem Pfad folgt, muss dieser Pfad ein Maskenpfad sein.

Ein Pfad selbst hat keine visuelle Erscheinung in der gerenderten Ausgabe. Es handelt sich vielmehr um eine Sammlung von Informationen darüber, wie andere visuelle Elemente platziert oder geändert werden sollen. Wenn Sie einen Pfad sichtbar machen wollen, müssen Sie eine Kontur darauf anwenden. Im Falle eines Maskenpfades können Sie den Effekt „Strich“ anwenden. Im Falle eines Pfades für ein Formebenen-Objekt wird der Pfad standardmäßig im Zeitleistenfenster mit einer Eigenschaftsgruppe „Kontur“ (Attribut) nach der Eigenschaftsgruppe „Pfad“ erstellt.

Eine Farbe oder ein Farbverlauf in dem Bereich, der von einem Pfad begrenzt wird, ist eine Füllung.